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am 09.10.2007 um 17:00 Uhr
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Beschneidung bei Frauen

Eine wahre Geschichte

Eine wahre Geschichte

Waris Dirie kämpft gegen die Beschneidung bei Frauen. Auch ihre eigene Geschichte ist grausam und menschenverachtend.

Waris Dirie, geboren 1965, wuchs in einer Nomadenfamilie in der somalischen Wüste auf. Ursprünglich hatte sie zwölf Geschwister. Nur sechs überlebten. Eine ihrer Schwestern lief von zu Hause fort, um ihrer bevorstehenden Zwangsheirat zu entgehen. Eine andere starb an den Folgen einer Beschneidung, die auch Waris im Alter von fünf Jahren widerfuhr.

Wie alle jüngeren Geschwister war sie anfangs neidisch auf ihre älteren Schwestern, die schon vor ihr, durch eine Beschneidung, zu einer „richtigen“ Frau werden durften. Die jungen Mädchen warteten geradezu begierig auf diese Zeremonie, die sie ins Reich der Frau führte - sie wurden heiratsfähig und brachten ihrer Familie somit Geld. Meistens waren es Zigeunerinnen, die die Beschneidung als traditionellen Brauch vornahmen. Sie waren gesellschaftlich sehr hoch angesehen und wurden gut bezahlt - die Kosten für eine Beschneidung zählen zu den größten Ausgaben, die ein Haushalt tragen muss.

In Somalia ist man davon überzeugt, dass die äußeren Geschlechtsorgane eines Mädchens etwas Unreines darstellen. Sie werden brutal entfernt. Nur eine Narve bleibt da zurück, wo zuvor die Genitalien gewesen sind. Die Einzelheiten der rituellen Beschneidung sind ein Geheimnis und werden den Mädchen vorher nicht erklärt. Sie wissen meist nur, dass ihnen etwa Besonderes bevorsteht. Sie werden im Glauben gelassen, ihre freudige Erwartung sei berechtigt.

Auch die Väter haben meist keinerlei Vorstellung von dem Leiden, welches den Mädchen zugefügt wird. Durch die Beschneidung soll die Jungfräulichkeit bewahrt werden, bevor sie in der Hochzeitsnacht von ihrem Ehemann mit einem Messer aufgeschnitten werden oder mit Gewalt in sie eingedrungen wird. Zudem soll durch die Beschneidung die sexuelle Empfindung der Frau verringert und dadurch ihre Treue sichergestellt werden.

Damals bettelte Waris ihre Mutter sogar an, mit einer ihrer großen Schwestern zusammen beschnitten zu werden. Doch ihre Mutter verbot es ihr, weil sie noch zu jung war. Sie sah der Beschneidung ihrer Schwester heimlich zu. Das, was sie sah, konnte sie nicht mehr vergessen. Die Schreie ihre Schwester, die vergeblichen Fluchtversuche, das Blut, das später an ihren Beinen herunterlief.

Von dem Tag an fürchtete sie das Ritual und versuchte die furchtbaren Bilder aus ihrem Kopf zu verbannen. Doch es gelang ihr, sie zu verdrängen und schließlich redete sie sich ein, dass auch sie eine Frau werden und zur Gemeinschaft gehören wollte.

In einer Nacht wurde sie vor Morgenanbruch von ihrer Mutter geweckt. Ohne große Umschweife wurde Waris direkt auf einen Felsen gelegt, ihre Augen wurden verbunden. Ihre Mutter umschlang ihren Körper mit den Beinen, damit sie während der Beschneidung stillhält. Sie sagte: "Halt still. Du weißt, dass ich dich nicht halten kann." Mit einer zerbrochenen und bereits blutverschmierten Rasierklinge wurden die Geschlechtsorgane entfernt.

„Es gibt keine Worte, die den Schmerz beschreiben könnten…Aber ich wollte, dass Mama stolz auf mich ist", schreibt Waris Dirie in einem ihrer Bücher. Als Waris wieder aufwachte, war ihre Augenbinde verrutscht und sie konnte mit ansehen, wie sie mit Hilfe von Zwirn und Dornen zusammengenäht wurde. Ihre Beine waren mittlerweile taub und der Schmerz unerträglich. Sie sah ihre abgeschnitten Geschlechtsteile auf dem Felsen neben ihr, sie trockneten bereits in der Morgensonne. Ab diesem Punkt bricht ihre Erinnerung ab.

Es gehört zur Tradition, dass eine kleine Hütte errichtet wird, in der die Mädchen mehrere Wochen alleine und einsam nach dem Eingriff ruhen und sich erholen sollen. Die Beine der Mädchen werden mit Stoffstreifen zusammengebunden. Das Urinieren und die Menstruation sind sehr schmerzhaft, da nur eine winzige Öffnung in Größe eines Streichholzkopfes freigelassen wird. Nach einigen Tagen waren Waris´ Genitalien stark entzündet und sie bekam hohes Fieber.

Obwohl sie noch lange nach ihrer Beschneidung große Schmerzen litt, zählte sie zu den Glücklichen, die überlebten. Denn es kam immer wieder vor, dass Mädchen, mit denen sie gespielt hatte, die sie gut kannte, einfach verschwanden. Niemand redete über sie oder das, was mit ihnen passiert war. Sie starben vermutlich an der Verstümmelung, dem Schock, an Infektionen, an Wundstarrkrampf oder sie verbluteten.

Mit 14 Jahren verließ sie Somalia, nachdem sie vor einer drohenden Zwangsheirat mit einem Greis geflohen war und die Trennung von ihrer Familie auf sich genommen hatte. Ihre Mutter half ihr bei der Flucht. Bei einer Schwester in der somalischen Hauptstadt Mogadischu fand sie Zuflucht. Aber kein Verständnis.

Durch einen Onkel, einen somalischen Botschafter, kam sie nach London. Lange Zeit arbeitete sie in seiner Familie als Dienstmädchen. Nach vier Jahren kehrten die Verwandten in die Heimat zurück, aber Waris blieb in London bei einer Freundin, der Waris auch ihre schreckliches Erlebnis anvertraute. Sie zeigte ihr ihre Narben, ihre Freundin brach in Tränen aus, schluchzte, "Waris, Waris, was haben die nur mit dir gemacht? Wie kann man nur so grausam sein?"

Die Freundin riet zu einer Operation, um die Beschneidung so gut wie möglich rückgängig machen zu lassen und um ihr die Schmerzen beim Urinieren und Menstruieren zu nehmen. Waris folgte ihrem Rat und ließ sich operieren. Erfolgreich. Mit 18 Jahren wurde sie von einem Fotografen angesprochen. Das war der Beginn ihrer internationalen Karriere als Model. Lange Zeit schwieg sie noch über das, was ihr als junges Mädchen angetan wurde.

Aber dann beschloss Waris Dirie ihre Bekanntheit zu nutzen, um das Ritual der Beschneidung zu bekämpfen. Sie berichtete 1997 der Journalistin Laura Ziv in einem Interview von ihrer eigenen Genitalverstümmlung und wurde noch im selben Jahr von Kofi Annan zur UN- Sonderbotschafterin ernannt.

In ihren Büchern „Wüstenblume“, „Nomadentochter“, „Schmerzenskinder“ und „Brief an meine Mutter“ verarbeitet und erzählt sie von den brutalen Erlebnissen in ihrer Kindheit, zu denen unter anderem auch Vergewaltigung gehört, um so möglichst viele Menschen auf die grausamen Schicksale dieser jungen Mädchen aufmerksam zu machen.

2002 gründete sie die Waris-Dirie-Foundation, die den Betroffenen hilft und die gegen Genitalverstümmlung bei Frauen kämpft. Sie fordert unter anderem, dass alle Regierungen Europas Bestimmungen erlassen, die die Mädchen vor Ritualen schützen und Gesetze verabschieden, nach denen die Täter gerecht bestraft werden können. „Weibliche Genitalverstümmlung hat nichts mit Kultur, Tradition oder Religion zu tun. Sie ist Folter und ein Verbrechen, das bekämpft werden muss“, sagt Waris Dirie.


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Kommentare zum Artikel

sonny1992

Kommentare: 7

ui
Schmerzenskinder....jo dsa bin ich auch^^
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Da_Kasten

Kommentare: 9

~.~
Autsch! Nich so gut
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SchlupfDom

Kommentare: 5

AuAu
AuAu, nicht so toll^^
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todesteufel

Kommentare: 1

hi
ziemlich interessant blos doof das es niemand liest
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mexic0la

Kommentare: 7

aiaiai
>.< das mag ich nich^^
0 Minus (0 Stimmen)

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