Das ultimative Interview
26. Nov, 2006 - 23:43 Uhr | ultimatelan | | 4 Kommentare | 3247 Leser
Das ultimative Team gibt ultimative Antworten
Genau zum zweiten Adventswochenende, nämlich vom 08.12. bis zum 10.12.2006, geben wir Euch den besten Grund, dem vorweihnachtlichen Stress zu entkommen. Alle die sich noch nicht angemeldet haben, sind herzlich zur 13. Ultimate-LAN in die Festhalle zu Wilsdruff bei Dresden eingeladen. In gemütlicher Runde kann mit achtzig anderen Teilnehmer gezockt werden. Das Versprechen: Das Team veranstaltet die beste Ultimate-LAN, die ihr bis jetzt erlebt habt.

ProjectLAN: Hallo Daniel, Hallo Minus1. Ihr seid nun unsere Ansprechpartner für die Ultimate-LAN und noch fehlt euch ein Stück zum prominenten Dasein (). Also erzählt uns doch kurz, wer ihr seid und welche Aufgaben ihr bei der Ultimate-LAN erfüllt.
Daniel: Mein vollständiger Name ist Daniel Kühne. Unseren Gästen bin ich aber wohl eher unter dem Nick "aD" bekannt. Ich studiere Sozialwesen an der FH Braunschweig/Wolfenbüttel. Meine Aufgaben im Verein bestehen vorläufig in der Kontaktaufnahme und -pflege zu anderen Organisationen und Institutionen.Minus1: Mein Name ist Tobias Moritz und studiere Informatik an der HTW-Dresden. Unsere Gäste kennen mich als Minus1. Ich unterstütze Aphexz und metzger bei der Verwaltung unseres Internet- und Intranetauftritts und kümmere mich um das Netzwerk. Ansonsten mache ich alles, was man unter dem griffigen Begriff "technischer Support" zusammenfassen kann, eine Dienstleistung, die auf unseren LANs gern in Anspruch genommen wird .
ProjectLAN: Es wird gemunkelt, dass in eurem Verein Vetternwirtschaft herrscht. Uns würde nun brennend interessieren, was an dem Gerücht tatsächlich dran ist.
Wie ist UL wirklich entstanden und wieviele Vereinsmitglieder zählt ihr eigentlich momentan?
Daniel: "Familienbetrieb" wäre eher der richtige Begriff. Beängstigende 6 von 12 derzeitigen Vereinsmitgliedern sind miteinander verwandt und hören entweder auf den Namen Bormann oder Hommel. Im Vereinsvorstand hat die allmächtige Familie sogar eine vernichtende 2/3 Mehrheit . Diese Quote ist allerdings schon in den UL-Anfängen begründet: Im Herbst 2002 luden nach diversen Wohnzimmer-LANs der schlächter, der guhhl und der sanitöter (Bruder vom guhhl) zum Zocken in die Grundschule Sachsdorf ein. Damals stießen sofort der metzger (Cousin vom guhhl und sanitöter) und ich zum Team. Weil wir uns alle sogleich gut verstanden und Spaß an der LAN-Party hatten, machten wir munter weiter und haben uns zur Wiedererkennung den Namen Ultimate-LAN verpasst. Bei diesem Werdegang ist es auch kaum verwunderlich, dass der UL eine familiäre Atmosphäre nachgesagt wird .
ProjectLAN: Aus sicheren Quellen wissen wir, dass sich einer der Organisatoren der DresdenLAN, welche ihr als Verein seiner Zeit mit unterstützt habt, über euer - wie ihr sicherlich selbst zugeben werdet - provokantes Logo kritisierend geäussert hat. Daraufhin habt ihr euren Banner überarbeitet und die Pistole wurde entfernt. Wie steht ihr dazu?
Daniel: Nun, das Logo ist in einer Zeit zu Stande gekommen, in der wir alle noch etwas jünger waren und wir uns auch noch mehr in dieser "Sturm und Drang"- Phase befanden. Die von dir angesprochene Kritik dazu gegen Ende letzten Jahres empfand ich persönlich durchaus berechtigt, da sich mit einem solchen zwiespältigen Logo kaum ein seriöser Eindruck, z.B. bei Sponsoren, erwecken läßt. Vor allem auch nach den Ereignissen in Erfurt sowie der allgemeinen und dauerhaften Diskussion über die Gefährlichkeit von Computer- und Videospielen. Bei einer Vereinsversammlung im letzten Jahr stand das Logo dann auch zur Diskussion. Allerdings wurde mit großer Mehrheit für die "Walther" gestimmt. Ich denke, die Pistole gehört einfach dazu und würde sie als Markenzeichen der UL verschwinden, würden wir auch ein Stück unserer Identität weggeben. So steht sie weiterhin für den kleinene Rebellen in uns allen.

Stein des Anstosses - Das militaristische Logo des Veranstalters ;-)
ProjectLAN: Ihr hattet letztes Jahr eine Vorzeigeveranstaltung im Dresdner Hygienemuseum, bei denen unbedarfte Besucher Einblick in das Geschehen einer LANParty nehmen konnten. Wie waren die Reaktionen darauf, wie war euer persönliches Resumee und verfolgt ihr weitere Ziele in dieser Richtung?
Daniel: Diese knapp 24-stündige Veranstaltung mit dem Titel "LAN zum Anfassen" sollte im Rahmen der erfolgreichen Ausstellung "Spielen" auch das Thema "Spiele auf dem Computer" gerecht in Szene setzen. Mit lediglich 15 Teilnehmern und fünf Besuchern fiel diese "LAN" recht dürftig aus. Zwei Frauen vom Radio, mit denen Minus1 und ich ein Interview führten, sowie ein Fotograf der "Bild" schauten ebenso vorbei. Schließlich hatten die Verantwortlichen der Ausstellung in Vorfeld einigermaßen die Werbetrommel gerührt. Warum die Resonanz so schlecht war, liegt wohl hauptsächlich daran, dass viele Zocker sich bei ihrem Tun nicht wie im Zoo fühlen wollten. Schließlich war die "LAN zum Anfassen" an diesem Tag Teil der Ausstellung. Außerdem sahen die Leute teilweise keinen Sinn darin, Monitor und Rechner abzubauen, um für den einer LAN-Party kurzen Zeitraum von Freitag 17.00 Uhr bis Samstags 18.00 Uhr zu daddeln. An mangelnder Werbung für die Veranstaltung im Vorfeld hat es meiner Meinung nach nicht gelegen.
Weitere medienpädagogische Ziele verfolgen wir als Verein nicht. Bei unseren Veranstaltungen steht der Spaßfaktor an oberster Stelle, wobei wir natürlich als gemeinnütziger Verein im Sinne unserer Satzung handeln.
ProjectLAN: Kommen wir endlich zu eurem nächsten Projekt - der Ultimate LAN #13. Ganz ohne Umschweife, was wird den Cybersportler beim Eintritt in eure Location erwarten? Worauf kann man sich besonders freuen?
Daniel: Bei der kommenden Ultimate-LAN #13 wird es zum ersten Mal ein "Dawn of War - Dark Crusade" - Turnier geben. In Zusammenarbeit mit der Firma THQ erhält u.a. der Sieger dieses Wettkampfs eine limitierte "DoW"- Sammlerfigur (Space Marine) und ein "DoW"-T-Shirt. Neben einigen Änderungen im Turnierablauf werden auch Neuerungen im Rahmenprogramm zu erwarten sein. Hier ist vor allem der Ausbau unseres Chill-Out Bereiches zu erwähnen, der mit einer Xbox360 samt Beamer und dazugehöriger Leinwand aufwartet.
Minus1: Nicht unerwähnt bleiben soll hier die im Gegensatz zur UL#12 nochmals verbesserte Netzwerktechnik. Hatten sich damals bereits alle begeistert von der ungewohnten Performance gezeigt, so legen wir diesmal noch Einen drauf und verdoppeln die Uplinkgeschwindigkeit auf 2 GBit/s. Selbst bei Maximalauslastung aller Ports in der Halle (sehr unwahrscheinlich ) können wir euch noch ca. 83 MBit/s garantieren.
ProjectLAN: Ihr seid einer der wenigen LAN-Veranstalter, die das beliebte "Mehrspielerurgestein" Counterstrike noch nie im Turnierplan hatten bzw. haben. Warum gerade kein Counterstrike?
Minus1: Es gibt doch schon genug "LANs" die sich mit Counterstrike (teilweise gar nur damit) beschäftigen. Abgesehen davon, dass wir selbst alle kein Counterstrike spielen weiß unsere Stammkundschaft inzwischen eine CS-freie LAN, wie wir sie bieten, zu schätzen. Wir werden natürlich niemanden daran hindern, auf einer UL CS(S) zu spielen, aber wir organisieren dazu nichts und können (mangels Fachwissen) auch nicht bei der Serverkonfiguration helfen. Aber ist es nicht auch mal schön, ein Wochenende ohne CS zu verbringen ?
ProjectLAN: Erzählt doch noch ein bisschen aus dem Nähkästchen. Gibt es ein Erlebnis auf euren LANs, das euch besonders im Gedächtnis geblieben ist?
Daniel: Kurz vor der Ultimate-LAN #4 erschien Battlefield 1942. Ich glaube, wir haben fix die von uns angesetzten Turniere (UT 1on1, 2on2,
WC3) abgewickelt und das restliche Wochenende nur dieses eine Spiel gezockt. Noch nie hatte ich bis dato ein solch' vergnügliches Mehrspielererlebnis. Für mich einer, wenn nicht der beste Multiplayertitel überhaupt.
Minus1: Als wir auf der UL#12 eines Nachts einen unsere Stammgäste im Freien zwischen zwei Baucontainern schlafend vorfanden, dachten wir uns nichts weiter dabei, denn das kannten wir bereits von ihm. So ließen wir ihn auch nach kurzem Schabernack in Ruhe. Am nächsten Morgen erzählte er uns dann von Bauarbeitern, die nicht so gnädig waren und ihn wohl ziemlich unsanft geweckt haben...
ProjectLAN: Was denkt ihr beiden, in welche Richtung wird sich eurer Verein noch entwickeln? Was prognostiziert ihr für die regionale sowie überregionale Entwicklung der LANSzene und seid ihr selbst engagiert, euch an der Entwicklung aktiv zu beteiligen?
Daniel: Ich finde es gut und richtig, dass das LAN-Portal projectlan.de auch "kleinere" LAN-Partys wie die Ultimate-LAN ins Rampenlicht rückt und somit auf die Bedeutung solcher lokalen Veranstaltungen aufmerksam macht. Diese sind für die ansässigen Zocker meiner Meinung nach sehr wichtig, da sie einen kürzeren Anfahrtsweg haben, regelmäßiger ihrer Passion nachgehen können und nach wiederholtem Besuch auch die eigene Anonymität verfliegt und der Grad der Geborgenheit steigt. Somit ist es auch leichter sich mit einer lokalen und regelmäßig statt findenden Veranstaltung zu identifizieren. Ich bin der Ansicht, dass die Community im Allgemeinen auch zu dieser Größe hin (< 200 Mann) tendiert. Mit Skepsis sehe ich die Entwicklung auf dem Online-Sektor und dem damit einhergehenden allgemeinen Besucherschwund auf den LAN-Partys.
Einige Veranstalter steuern nun gegen, indem sie, wie z.B. auf der Slaughterhouse, einer begrenzten Anzahl von Spielern einen Internetzugang zusichern, damit diese Online zocken (v.a. World of Warcraft) können. Ich denke, dass diese Maßnahmen zwar einerseits sicherlich der gegenwärtigen Entwicklung Rechnung tragen, andererseits aber die Intention einer LAN-Party womöglich gefährden könnten. Aus technischen Gründen können wir keinen Internetzugang bereitstellen. Allerdings sehen wir das auch nicht als Nachteil. Ultimate-LAN wird für seinen Teil solange fortbestehen, wie unsere Gäste uns noch besuchen kommen und wir noch die Zeit dafür aufbringen können, eine auch für uns befriedigende Veranstaltung abzuliefern.
ProjectLAN: Nachdem wir euch nun derart viele Löcher in den Bauch gefragt haben, daß ihr aussehen müsstet, wie Dresdens Hauptverkehrsstraßen im Frühjahr, habt ihr jetzt die Möglichkeit, jemanden zu grüßen, zu danken oder eure Sponsoren aufzuzählen. Vielen Dank für das Interview.Minus1: Dank geht natürlich an das gesamte UL-Team. Im Namen aller Orgas geht auch ein großes Dankeschön an unsere lieben Gäste, die ein ums andere Mal eine Ultimate-LAN zu einem besonderen Erlebnis machen und uns dazu motivieren, diesen ganzen Stress jedes Mal wieder auf uns zu nehmen.
Daniel: Danke auch an Herrn Steller von THQ, der uns bisher unkompliziert und interessiert bei der Durchführung unserer Veranstaltungen zur Seite steht. Ansonsten kann ich mich Tobias nur anschließen!









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