FLATOUT 2 - Vollversion Review
10. Jul, 2006 - 15:35 Uhr |
Flatout, Rennspiel, Sport, Action |
| 4 Kommentare | 21207 Leser
Der zweite Teil der unkonventionellen Rennspielserie, mit extremen Zerstörungspotential!
Flatout 2
2 Jahre nach dem Erfolg von Flatout, dem Spiel der schwedischen Entwickler BUGBEAR, steht nun seit dem 29.06.06 der Nachfolger in den Händlerregalen. Auch im zweiten Teil der action-geladenen Rennspielserie stehen wieder das Schubsen von Gegnern und das Zerstören von Streckenbegrenzungen im Vordergrund.
Juan Pablo am PC
BUGBEAR, die auch mit Rally Trophy im Jahr 2001 schon einen erfolgreichen Titel auf den Markt bringen konnten, spendierten Flatout 2 diesmal eine identifizierbarere Karriere. Man erstellt sich einen Charakter und kauft sich vom schmalen Anfangsbudget einen mehr oder weniger tauglichen Wagen. Es stehen einem zu Beginn des Spiels nur 3 Fahrzeuge aus insgesamt 4 Kategorien zur Verfügung. Die erste, die Derby-Klasse besteht aus preiswerten, gebrauchten Fahrzeugen, welche auch optisch nicht viel hergeben. Immerhin kann man schon da zwischen Front- Heck und Allrad wählen. In den verbleibenden Klassen können erst Fahrzeuge erstanden werden, wenn man die Karriereleiter empor gestiegen ist. Die Klassen Street und Racing werden durch Meisterschaftssiege freigeschaltet und durch einzelne Etappensiege wird der zum Erwerb bereit stehende Fuhrpark erweitert. Die letzte Kategorie Stunt steht einem nur in den insgesamt 12 Mini-Spielen zu Verfügung. Die Autos kosten aber auch kein Geld und man kann diese beliebig oft wechseln. Nach erfolgreicher Beendigung aller Meisterschaften hat man dann alle 39 Autos zur Auswahl.
Pimp My Ride
Unterschieden wird bei den Fahrzeugen aber nicht nur die Antriebsart sondern auch die Beschleunigung, die Höchstgeschwindigkeit, die Straßenlage, das Kraftverhältnis gegenüber anderen Fahrzeugen, sowie Gewicht und Nitro. Diese einzelnen Stufen kann man gegen genügend Bares noch ausbauen. Bei der Derby-Klasse geht das nur beschränkt und in den höheren Klassen ist es dann in bis zu 2 weiteren Stufen möglich. So kann man die Straßenlage durch bessere Stoßdämpfer verbessern oder durch Wechsel des Standard-Turbos gegen einen Hochleistungs-Turbo die Beschleunigung maximieren. Die Karosserie kann durch Leichtbauteile verstärkt und leichter gemacht werden. Das Resultat ist ein stabileres Auto und eine bessere Höchstgeschwindigkeit.
Die Pisten
Die insgesamt 60 Rennstrecken sind auf 6 Designs verteilt. Es stehen Kurse im Wald, auf ländlichen Feldwegen, Wüsten, in Kanälen - wie man sie beispielsweise in L.A. findet -, in Großstädten sowie auf herkömmlichen fiktiven Rennstrecken zur Wahl. Anders als beim Vorgänger sind die Strecken jedoch mehr auf Hochgeschwindigkeitsrennen ausgelegt. Enge verwinkelte Pisten, wie beispielsweise die Sandkurse Brad’s Pit Crash oder enge Waldpisten wie Woodland Havoc aus dem ersten Teil, sucht man vergebens. Auch lassen sich die Rundenzahlen nicht verändern. Bei längeren Kursen sind es dann meist nur 3 Runden. Höchstens werden 5 Runden pro Strecke absolviert, allerdings bleiben alle Objekte das ganze Rennen über auch liegen, was nicht nur für Objekte fernab der Straße gilt, sondern auch für abgefahrene Kotflügel oder verlorene Auspuffteile. Die Strecken sind zudem mit derart vielen Objekten bestückt, das man gar nicht weiß, was man zuerst demolieren soll. Das Zerstören von Objekten ist nämlich nicht nur Beiwerk, sondern fester Bestandteil des Spiels, ohne den ein Sieg kaum möglich ist.
Vom Tellerwäscher zum Millionär
Für umgefahrene Zäune, durchbrochene Wellblechütten, zerdepperte Schaufenster oder ganze eingerissene Baustellen gibt es nämlich Nitro. Mit gezündetem Nitro fällt es leichter, Kurven mit hohem Tempo zu nehmen und es gelingt einem den entscheidenden Vorsprung zu den äußerst aggressiven KI-Fahrern herauszufahren. Auch für das Schubsen der Gegner bekommt man Nitro geschenkt. Die gegnerischen Rempeleien werden dabei in verschiedene Kategorien unterteilt, welche anschließend mit barem Geld beloht werden. Es gibt harmlose Slam’s, Power-Treffer, Super-Flip’s bei welchen der Gegner eine Rolle machen muss, Volltreffer bei hohen Geschwindigkeiten, sowie Rausgecrasht und Schrott! Die beiden letzteren beziehen sich darauf, dass man einen Gegner so stark bedrängt, dass der Fahrer durch die Windschutzscheibe das Auto verlässt; beispielsweise beim Drängen gegen eine Mauer oder gegen robustere Strommasten und der Schrott-Bonus wird gutgeschrieben, wenn man einem Kontrahenten die Karre kaputt fährt. Dies ist eine Neuerung im Spiel, da sich das Fahrverhalten nicht nur, wie im Vorgänger, mit zunehmendem Schaden verschlechtert, sondern die Kiste auch irgendwann total kaputt geht und einfach stehen bleibt. Was hier aber so simpel klingt, muss im Rennen aber ersteinmal umgesetzt werden. Die KI verhält sich nämlich nicht nur clever sondern auch sehr aggresiv. Aber auch ein verloren geglaubtes Rennen, kann durch einen menschlich wirkenden Fehler des vor einem liegenden in der letzten Kurve doch noch anders entschieden werden.
Hollywoodreife Optik
Das Ganze wird äußerst spektakulär in Szene gesetzt. Die Frontscheiben splittern bei einem Zusammenstoß physikalisch korrekt, die Türen reißen aus den Verankerungen und verabschieden sich im hohen Bogen bei weiteren Kontakten. Die Strecken sehen alle wunderschön aus und machen dank hoch aufgelöster Texturen einen hervorragenden Eindruck. Die zerstörbaren Objekte sind sehr detailliert und es macht richtig Spaß dagegen zu fahren und zu beobachten, wie die hinter einem fahrende Konkurrenz mit den Trümmern fertig wird, oder eben nicht. Selbst auf der Mindestkonfiguration läuft Flatout 2 hervorragend flüssig und ist immer spielbar. Die Weitsicht ist exzellent und nur auf schwächeren Systemen werden bestimmte Objekte erst recht spät eingeblendet. Ein unvorhergesehener Zusammenstoß ist daher fast unmöglich. Neben der neuen Cockpit- stehen einem die gewohnten Stoßstangen- und zwei 3rd-Person-Perspektiven zur Wahl. Mit einem GB RAM gibt es keinerlei Lade-Ruckler während des Rennens. Selbst die Ladebildschirme sind so fix, dass man Probleme hat, die eingeblendeten Texte komplett zu lesen.

Fahrzeugbeherrschung
Wie man die rasante Raserei bedient ist einem freigestellt. Jedes erdenkliche Eingabegerät wird erfolgreich erkannt und wenn sie unterstützt wird, kann man die Force-Feedback-Option aktivieren. Ob Tastatur, Gamepad, Lenkrad oder auch Joystick - jedem ist es selbst überlassen, mit was man die Zerstörungsorgie fährt. Zu bevorzugen ist die Steuerung mit dem Lenkrad. Die Unterschiede der Streckenbeläge werden nicht nur durch das Fahrverhalten, den Sound und die Optik vermittelt, sondern das fein justierte Force-Feedback tut sein übriges dazu. Hinzu kommen die diffizilere Steuerung und das präzisere Lenken in problematischen Situationen. Auch die vom Spiel mit einem Blitzstart belohnten 30 - 50% Gasgeben beim Start fallen damit leichter. Aber auch mit Tastatur und Gamepad lassen sich die Boliden sehr genau steuern. Frustmomente gibt es wenige, da das „das ist doch zu schaffen“ - Prinzip vom ersten Rennen an zieht. Leider wurde aber auch ein recht unterhaltsamer Aspekt gestrichen, denn auf die manuelle Schaltung muss verzichtet werden. Das nervt besonders in Kurven, denn man hat das Gefühl der Wagen gibt nicht genügen Gas was an dem Herunterbremsen liegt. Die „Automatik“ schaltet dann aber nicht runter und man dümpelt so durch besonders lange Biegungen. Dort würde das manuelle Eingreifen noch ein bisschen Speed bringen.
Satte (problematische) Akustik
Wie in allen aktuellen Rennspieltiteln kommt auch Flatout nicht ohne Musik daher. Es donnern Stücke von Mötley Crüe, Nickelback, Papa Roach, Rob Zombie oder Supergrass aus den Boxen. de.flatoutgame.com/home/music.aspx Leider gibt es aber nur zwei Schieberegler für die Lautstärke. Einen für die Sounds und einen für die Musik. Und genau das ist ein Kritikpunkt, weil man den Motorensound sehr schwach wahrnimmt, während die Zündung des Nitros den Nachbarn schon mal aus dem Bette holen könnte. Die Geräuschkulisse sonst ist glasklar und scheppert ordentlich, alle Sounds klingen realistisch und vermitteln ordentlich die Racing-Atmosphäre. Nur die Abstimmung der Lautstärke ist nicht so ganz gelungen.
Witzige Minispiele
Auch in Flatout 2 dürfen wieder mit dem Fahrer absurde Mini-Spiele absolviert werden. So muss man mit genügend Schwung und dem Schleudersitz im richtigen Moment den Fahrer auf dem Wasser hüpfen lassen, ähnlich wie beim Steinespringen auf dem See. Es müssen Basketballkörbe in scheinbar unerreichbarer Entfernung getroffen werden oder eine ganze Reihe von brennenden Feuerreifen durchflogen werden. Die insgesamt 12 zusätzlichen Herausforderungen sind sehr unterhaltsam und abwechslungsreich.
Gemeinsames Chaos
Neu ist, dass man die Minispiele auch alle im Mehrspieler-Modus fahren kann. Für den Host-Seat-Modus (Party-Modus) stehen einem alle Mini-Spiele zur Verfügung, welche man in zwei vorgegebenen oder selbstgebauten Reihenfolgen absolvieren darf. Hierfür wechseln sich die Spieler an einem PC ab und fahren um die beste Zeit, den weitesten Sprung oder die höchste Note.
Im LAN oder Internet ist darüber hinaus auch eine echte Meisterschaft mit bis zu 8 Teilnehmern möglich in der der Spieler mit den meisten Punkten am Ende der Sieger ist. Das Turnier kann mit allen möglichen Strecken und Mini-Spielen individuell zusammengesetzt werden. Das ist eine längst überfällige Option im übersättigten Multiplayer-Einheitsbrei der aktuellen auf dem Markt befindlichen Rennspiele.
Würdige Fortsetzungen
Flatout 2 ist eine gelungene Fortsetzung, welche Mankos des Vorgängers ausbügelt und noch mehr Action hinzufügt. Wichtige Neuerungen sind hinzugekommen und das Fahrverhalten wurde nochmals auf umkompliziertes Rasen getrimmt. Wer sich in bisher erhältlichen Rennspielen über das sture geradeaus fahren der Gegner trotz schubsen aufgeregt hat und sich schon immer an vom Hersteller an frustrierenden Stellen platzierten Betonpfeilern rächen wollte, sollte zugreifen. Flatout 2 ist definitiv die neue Referenz im Action-Rennspiele-Bereich und bietet langen Spielspaß gepaart mit dem wohl Abwechslungsreichsten Mehrspielermodus des ganzen Genres.
alle Bilder (1024x768, max. Details, max. Sichtweite, 16x antisostrophisches Filtern) findet ihr in der Bildergalerie)
(rn)
Kommentare
Torsten
Super Review
Ein richtig gutes Review hast du da geschrieben. Das macht einem ja richtig Lust darauf, gleich loszuspielen. Hoffen wir mal, dass es bald nen Demo Download zu Flatout2 gibt. :)
vebis
Vista
Hallo,
ich hab es mir auch gleich zugelegt und mal mit der Vista Beta getestet, mir Orginal installiert und dann später ein DVD Image gemountet was ich unte rXP von der DVD erstellt habe und siehe da das Spiel funktioniert wie gewohnt, nur scheint der Kopierschutz nicht aktiv zu sein, anscheinend eine Treiberinkompatbilität durch die veränderte Treiber-API.
Ansonsten tolles Review hat echt Spass gemacht es zu lesen!
[pg]F4n4T!C
Ein neuer Lankracher?
Wird bestimmt witzig das Piela uf Lan anzuspeieln!
Sgt. Hicks
@vebis
hab ich auch schon gelesen. nur werd ich mir nich das performacefressende vista installieren nur damit n flatout 2 mini image funktioniert.
Flo88
naja
mir gefällts nicht so wirklich
Du bist nicht eingeloggt! Bitte melde dich erst an, um ein Kommentar zu schreiben.
Weitere Artikel
» Im Dauertest: alugraphics gamerpro mit Apples Magic Mouse
» Review: BattleForge
» Review: Tales of Valor
» Review: Warhammer 40.000 - Dawn of War 2 (Part 2)
Backlinkers
Wir bei Facebook
Wichtige Links
Neues im Forum
Live aus Brisbane - 100.000 Haushalte ohne Strom - Update #3 «
Blizzards Geheimprojekt: 3D Shooter Redneck Rampage «
An-nyeong-ha-se-yo! Ploynt zu Besuch in Seoul! «
Biete Koobi 7 Lizenz gekauft am 13.10.09 «