Festival der Gipfelstürmer



Festival der Gipfelstürmer

Interview zur Lanmount






Das erste Wochenende im November sollte für die Saarländer etwas ganz besonderes werden. Ganz genau 1344 Gipfelstürmer wurden in die Saarmesse eingeladen, um dort für ein Wochenende ihr Basislager aufzuschlagen. Aber wie so oft kommt vor dem Eintragen ins Gipfelbuch erst noch der beschwerliche Aufstieg. Wie gut oder schlecht dies die Reiseführer der Lanmount bewältigt haben und welche Probleme dabei zu bewältigen waren, das wird euch Sascha Knodt, Mitgliedaus dem Organisationsteam der Lanmount, im folgenden Interview berichten.


ProjectLAN.de: Hallo Sascha, welche Aufgaben hast du im Team übernommen - im Vorfeld sowie während der Veranstaltung vor Ort? Wie hat das Zusammenspiel geklappt?

Sascha: Hallo Torsten,
meine Aufgaben waren eigentlich sehr unterschiedlich. Aufgrund meiner Erfahrunge, durch die Arbeit beim EA-Lanteam und auch bei anderen Lan-Events, für die ich gearbeitet habe, waren meine Aufgaben im Vorfeld relativ vielseitig. Zunächst sollte ich als Turnierleiter, wie der Name schon vermuten lässt, ein Team aus Leuten zusammensetzen, welches die  Turniere vor Ort durchführt.

Außerdem habe ich mit unserer Projektleitung Ideen entwickelt und auch einige organisatorische Aufgaben übernommen. Auf der Lanparty selbst war ich beim Aufbau dabei und während der Veranstaltung natürlich für die Turniere und die Koordination meines Teams verantwortlich.

Ich muss sagen, dass das Zusammenspiel sehr gut geklappt hat. Die Leute kannten sich eigentlich fast nur aus dem IRC oder durch Skype-Telefonate. Dennoch waren alle super nett und haben demnach auch sehr gut miteinander gearbeitet.


ProjectLAN.de: Marc Endres hat den Part der Öffentlichkeitsarbeit und des Marketings übernommen, allerdings sind Thorsten Braun und Martin Stein als Projektleiter auf der Website der Lanmount gelistet. Wie waren die Rollen hier verteilt?

Sascha: Marc war unser Mann im Marketing - das ist richtig. Jemand wie ihn habe ich in dieser Szene noch nie erlebt. Das Erstaunliche ist, dass er vor diesem Event noch nie etwas mit dem E-Sports an sich zu tun hatte. Seine größten Erfolge bei PC-Spielen beschränkten sich demnach wohl auch eher auf Solitär ;>. Nichts desto trotz hat er eine super Arbeit abgeliefert und war immer für einen da, wenn man etwas auf dem Herzen hatte. An dieser Stelle nochmal ein großes Danke vom ganzen Team der Lanmount.

Thorsten war die Person, die sich um all diese Dinge gekümmert hatte, von denen Marc nichts wusste, da er davor nie in Berührung mit der Materie Lanparty oder E-Sport kam. Dazu gehörten zum Beispiel die Zusammenstellungen der Teams und die Koordination derer vor und während der Lanparty. Er hat auch den Aufbau der Lanparty geleitet.

Zu Martin kann ich nur sagen, dass er im Vorfeld nichts mit uns als Team zu tun hatte und auch keine wichtigen Sachen zur Aufgabe hatte. Eigentlich sollte er den ganzen Auf- und Abbau leiten und durch seine Erfahrung, die er beim BK-LAN e.V. gesammelt hat, dafür sorgen, dass der Aufbau zügig und ordnungsgemäß über die Bühne geht.


ProjectLAN.de: Ein störungsfreies Netzwerk und eine unterbrechungsfreie Stromversorgung stehen für eine solide Lanparty, jedoch wurde die Turnierorganisation, das Catering sowie die Sauberkeit der sanitären Einrichtungen stark bemängelt. Aber splitten wir einmal die Themen auf:

Wart ihr auf den Ansturm auf das Catering und den darauf folgenden Fressattacken der Spieler  nicht ausreichend vorbereitet? Wie würdet ihr das "perfekte Dinner" bei der nächsten Lanmount vorausplanen? Kommt vielleicht ein externer Caterer in Frage?

Sascha: Zu diesem Thema kann ich nur sagen, dass wir uns von einigen Personen haben blenden lassen und wir uns nicht richtig informiert haben, was diese Küche in der Halle anrichtet. Dazu kam, dass wir kleine Probleme mit dem Bestellsystem und der Bedienung des Scanne- Systems hatten, welches den Ablauf eigentlich vereinfachen sollte.

Für das (eventuelle) nächste Event werden wir uns  auf jeden Fall eine andere Lösung einfallen lassen. Wir wollen den Besuchern nicht noch einmal so etwas zumuten und werden dann eventuell auch wieder auf ein Ticket-System zurückgreifen, mit dem man Bestellungen aufgeben kann. Außerdem, wo wir gerade beim Thema „externer Caterer“ sind, würde ich sagen, dass wir das wohl auch in Betracht ziehen werden. Wir haben auch schon etwas im Auge, aber lasst euch einfach überraschen :>.


ProjectLAN.de: Anscheinend hat ein einzelner Sanitärtrakt nicht ausgereicht, um Herr über die Notdurft von rund 800 Spielern zu werden. Habt ihr es einfach darauf ankommen lassen oder war euch nicht bewusst, wie viel CO2 und Methan eine Horde E-Sportler ausstoßen würden?

Sascha: Wir waren uns natürlich darüber bewusst, dass gewisse Dinge auch wieder in irgendeiner Art und Weise ausgestoßen werden. Allerdings haben wir uns für die Variante entschieden, mehr Optionen für das kleine Geschäft zu bieten, als für das Große. Wir wurden eines besseren belehrt und werden uns für das nächste Mal eine andere Option einfallen lassen.


ProjectLAN.de: Kritische Stimmen lobten zwar die Organisation der Counterstrike-Turniere, äußerten sich aber negativ über die Durchführung der anderen Wettkämpfe wie Battlefield 2 oder Quake Wars. Wie hat eure ursprüngliche Planung im Vorfeld dazu ausgesehen? 

Sascha: Als ich dies hörte, kamen mir als Turnierleiter doch etwas die Tränen. Ziel eines Turnieradmins ist es ja eigentlich, für jeden Teilnehmer eine Spiel-Option anbieten zu können, für die er sich interessiert. Da das Interesse an Counter-Strike und Counter-Strike:Source doch größer war als gedacht, begannen wir am Freitagmittag, nach etlichen Problemen beim Aufbau, mit dem Aufsetzen der Gameserver. Dank eines eigentlich sehr guten Systems waren diese auch relativ schnell eingerichtet, allerdings hatten wir mit manchen Games Probleme.

Bei Battlefield 2 beschränkte sich dies offenbar am meisten darauf, dass wir dachten, die Server laufen nicht. Das war aber falsch. Aufgrund eines Port-Fehlers in der Config sah man die Server im HLSW wohl nicht, wie es mir erklärt wurde. Das alles führte auch dazu, dass es in den anderen Turnieren zu Verzögerungen mit dem Einrichten der Server kam. Dank einiger Teilnehmer konnten wir im letzten Augenblick diese Probleme noch beheben. An dieser Stelle auch ein Dankeschön an alle die daran beteiligt gewesen sind.


ProjectLAN.de: Auch beim Thema Sicherheit warf man euch fehlende Sensibilität vor. Zwar hat das Lanmount-Team Ausweise drucken lassen, um die wertvolle PC-Hardware eindeutig ihrem Besitzer zuordnen zu können, allerdings soll es Defizite beim Checkout gegeben haben. Im Forum war von euren Gästen war zu lesen, dass es keinerlei Kontrollen diesbezüglich gab. Was kannst du von deinem Standpunkt aus dazu berichten?

Sascha: Leider habe ich während dem Event davon nichts mitbekommen, da ich mit meinen eigenen Aufgaben schon sehr ausgelastet war. Allerdings war immer jemand an den Türen, wenn ich mal draußen war, um an die Frische Luft zu gehen oder kurz zum Imbiss zu fahren. Sogar ich, mit Orga-Shirt, wurde einige Male kurz angehalten, als ich einfach in die Halle marschieren wollte. Die einzige Erklärung für mich ist, dass die Personen, die an den Ausgängen saßen, auch mal auf die Toilette gingen - wie andere Menschen auch.

Dass es beim Auslass so gut wie keine, beziehungsweise gar keine Kontrollen gab, lag wohl auch daran, dass man beim Einlass keine Aufkleber für mitgebrachte Hardware verteilte. Dies war ein großer Fehler unsererseits und geht auf das Konto einer einzigen Person.

Uns selber tut das genauso weh, wie den anderen, die bestohlen wurden. Denn auch uns wurde Hardware im Wert von mehr als 5000€ entwendet. Diese Kosten haben wir selber zu verantworten und zu tragen. Und ich kann auch an dieser Stelle nur sagen, dass wir daraus gelernt haben und das Thema Sicherheit nächstes Mal nicht jedem anvertrauen werden.


ProjectLAN.de: Ebenfalls in eurem Forum hat sich einer der Sponsoren der Lanmount über Fehlverhalten seitens einer der Projektleiter und Teilen des Organisationsteams beschwert. Man hatte sich während der Veranstaltung, und so ist laut seiner Aussage der Tenor vieler Sponsoren gewesen, zum Teil arrogant und unkooperativ gegenüber den Geldgebern verhalten. Wie ist deine Sicht der Dinge? Gab es dazu schon eine Aussprache?


Sascha: Leider dachten unsere 2 Projektleiter offenbar, dass man sich so gegenüber Sponsoren und auch Geldgebern verhalten kann und darf. Herr Mostert bestand im Grunde genommen nur auf das, was sein Eigentum war - und dies wurde ihm verweigert. Seine Reaktion im Forum empfinde ich als vollkommen richtig. Im Gegensatz finde ich es unverantwortlich von den Personen, die sich den Sponsoren gegenüber falsch verhalten haben.

Von den anderen Firmen habe ich nichts derartig Negatives mitbekommen, was jedoch nicht heißt, dass es nicht so war. Allerdings denke ich, dass Marc Endres auch alles dafür getan hat, damit es ihnen an nichts fehlt.


ProjectLAN.de: Trotz der angesprochenen negativen Punkte gab es auch viel Lob für hilfsbereite Orgas, ein schnelles und stabiles Netzwerk und eine ordentlich aufgewertete Location. Sind also die Negativpunkte abgehankt, die bei einer Erstveranstaltung nun mal leider einfach vorkommen, könnte daraus noch eine echte Vorzeige-Lanparty werden. Wann ist denn mit der nächsten Lanmount zu rechnen und wirst du auch wieder deinen Teil dazu beitragen?

Sascha: Wir wissen nun, wo unsere Schwächen lagen und können intensiv daran arbeiten. Es ist schade, dass man es erst mit diesem Event rausfinden musste, auf wen Verlass ist und wer sich als Wolf im Schafspelz herausstellt. Im Allgemeinen sind wir uns sicher, dass wir, wenn eine zweite Lanmount stattfinden sollte, die im Forum angesprochenen Kritikpunkte im Voraus schon abarbeiten werden, damit es dann erst gar nicht zu diesen Problemen kommen kann.

Meine Teilnahme an der nächsten Lanmount steht noch offen. Sollte ich gefragt werden, wird man mich sicher auch wieder in einem der Teams wiederfinden.

Zum Abschluss möchte ich mich noch mal bei allen Teilnehmern bedanken, die vor Ort waren. Außerdem dem Orga Team das so super zusammengearbeitet hat bis auf einige Ausnahmen. Ich möchte an dieser Stelle auch nochmal den Dank des ganzen Teams an Herrn Marc Endres ausrichten. Marc war immer zur Stelle und hatte stets für jedes Problem eine Lösung parat.

Wir möchten uns bei Dir bedanken, dass du trotz der Abbau- und Aufarbeitungsphase so kurz nach eurer Veranstaltung Zeit für ein Interview hattest.

An dieser Stelle möchten wir euch auf ein neues Feature hinweisen. Wenn Ihr auch auf der Lanmount seid, dann könnt ihr das in eurem ProjectLAN-Profil hinterlegen, in dem ihr auf "Ich bin dabei" auf der Lanparty-Detailseite klickt. Zusätzlich werden alle teilnehmenden Projaner auf dieser Lanparty-Detailseite als Teilnehmer angezeigt. So seht ihr schon im Vorfeld, welchen Projanern ihr auf der Lanmount begegnet.



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