Fiesling Kane verrät Erde an die Aliens



Fiesling Kane verrät Erde an die Aliens

Neuer Teil von "Command & Conquer" verbindet hohen Spielspaßfaktor mit toller Optik








Bösewicht Kane schlägt wieder zu: Der NOD-Sektenguru holt mit seinen Guerilla-Kriegern zu einem neuen Schlag gegen den Staatenbund GDI (das sind die Guten!) aus und stützt sich diesmal sogar auf eine außerirdische Invasionsarmee - der neue Teil der Strategiespiel-Serie "Command & Conquer" ist dementsprechend noch spektakulärer anzusehen als alle Vorgänger.

Electronic Arts (EA) setzt in "Tiberium Wars" insbesondere auf eine runderneuerte Optik. Die Basen, Panzer, Explosionen und Tiberium-verseuchten Schlachtfelder wirken ausgesprochen eindrucksvoll, am Spielprinzip und den verfügbaren Einheiten haben die Programmierer hingegen nur wenig geändert. Wie üblich, startet der Spieler in den meisten Episoden mit einem Bauhof, um den herum Kraftwerke, Rohstoffraffinerien, Kasernen, Technologiezentren, Airports, Abwehrgeschütze und andere Gebäude zu errichten sind. Für vorgeschobene Außenposten (Häuser können sonst nicht beliebig auf der Karte platziert werden), stehen mobile Landvermesser und "Rigs" zur Verfügung. Letztere errichten nach dem Auspacken eine kleine Festung plus Werkstatt - sehr hilfreich, um mit einer vorgeschobenen Armee eine Stellung zu halten. Neben den aus früheren Teilen bekannten Kriegsmaschinen wie Mammutpanzern, Jagdfliegern und Ionenkanonen stehen nun auch Stratosphärenbomber, stationäre Schallwerfer (sehr effektiv gegen Aliens) und ein paar weitere Neuzugänge zur Verfügung - insgesamt wurde das Arsenal aber eher evolutionär denn revolutionär erweitert. Auch den Mix aus klassischen Missionen, Schleichaufträgen und strategischen Schlachten kennt man von früheren "C & C"-Folgen - das Prinzip funktioniert noch immer.

Ein echtes Novum ist die außerirdische Fraktion der Scrins, die über solch lustige Einheiten verfügt wie den "Mastermind", der feindliche Soldaten und Gebäude unter seine Gedankenkontrolle bringt. Ihre Kampagne wird erst freigeschaltet, wenn man GDI und NOD bis zum (bitteren) Ende durchgespielt hat. Als Gegner sind die Scrins ziemlich fies: Die weitreichenden Kanonen eines Alien-Mutterschiffes können Ratz-Fatz eine ganze Armee ausradieren. Ob wiederum die GDI-Ionenkanone, die mit spektakulären Effekten ganze Militärbasen niederstrahlt, unbedingt den großen Fairnesspokal verdient, sei mal dahin gestellt. Immerhin können Kanes böse Mannen nun Störsender gegen das kosmische Bombardement bauen.
Gut gelungen ist der Netzwerkmodus: Per LAN oder Internet können zwar wieder mal nur maximal acht Kombattanten antreten, dafür werden aber gut durchdachte Karten und viele nützliche Optionen geboten. So kann nicht nur die Künstliche Intelligenzstärke PC-gesteuerter Gegner eingestellt werden, sondern auch deren Taktik: Defensiv, offensiv, aggressiv, wirtschaftsorientiert...
Keine Mühe gescheut hat EA auf jeden Fall in der filmischen "Untermalung" der zwei Einzelspieler-Kampagnen. Kinoreif präsentieren sich in den HD-Sequenzen prominente Mimen aus "Lost", "Andromeda" und "Kampfstern Galactica". Dies und der hohe Spielspaßfaktor zeigen: Es bedarf nicht immer bahnbrechender Innovationen, um ein gutes Spiel auf dem Markt zu bringen.
Nicht zuletzt wird aus der Evolution ganz schnell eine Revolution, wenn man 15 Jahre zurück blickt - so lange gibt es die Reihe nämlich schon, wenn man den Vorläufer "Dune 2", eines der ersten Echtzeitstragiespiele für den PC überhaupt, mitzählt. Aus kleinen blauen Wüsten-Buggys in Grobauflösung sind inzwischen extrem detallierte Superpanzer geworden, statt statischer Zwischenbilder werden dem Spieler nun Videos in HD-Qualität geboten - kleine Schritte machen zusammen eben doch einen großen.
Fazit: Das neue "C & C" mag keine Umwälzung sein, erfüllt aber dennoch die hohen Erwartungen.       

Verfasser: Thor





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