Freakiges Interview
Interview mit [FN] Funstar
Anlässlich der nunmehr fünften Auflage der Freaknet (16.-18. Februar 2007), einer Lanparty in Burg, haben wir Stephan 'Funstar' Bahr, einen der Vereinsmitglieder des Freaknet e.V., interviewt.
ProjectLAN: Hallo Stephan, eure Veranstaltung nennt sich Freaknet. Aber man trifft doch bei euch nicht nur Freaks, oder?
Stephan: Gewisserweise sind wir schon alle Freaks, und stolz darauf. Wenn man der Erklärung von Wikipedia glauben darf, wird ein Freak wie folgt definiert: "eine Person, die eine bestimme Sache, zum Beispiel ihr Hobby, über ein "normales" Maß hinaus betreibt, diese Sache zum Lebensinhalt macht oder sich zumindest mehr als andere darin auskennt [...] Ein "Freak" kann auch eine bestimmte, zumeist unangepasste oder flippige Lebensweise verkörpern." Ich denke, dass das schon recht gut auf uns Organisatoren und unsere Gäste zutrifft. Wir sind halt anders und haben vielleicht gerade darum besonders viel Spaß miteinander.

Kampf um die letzte Meile
ProjectLAN: Welches Einzugsgebiet hat die Freaknet? Kommen auch Spieler aus anderen Ländern zu euch?
Stephan: Das Einzugsgebiet der Freaknet LanPartys ist für eine solch relativ kleine LanParty schon recht beachtlich. Geht man bei Veranstaltungen bis 100 Teilnehmern eher davon aus, dass alle Gäste aus dem Umkreis von 20 km kommen, so muss man sich bei den Freaknet LanPartys echt neu orientieren. 200 km sind für einige unserer Teilnehmer kein Hindernis. Auch beachtlich finde ich z. B., dass einer unserer Gäste im Sommer 2006 eigentlich zur NorthCon wollte. Er fuhr extra aus Bremen nach Neumünster um festzustellen, dass er sich im Wochenende vertan hatte. Er hat schnell einen Kollegen angerufen, der für ihn den LanParty.de Party-Kalender gecheckt und ihn zu uns gelotst hat. Ihm scheint die Party echt gefallen zu haben, denn statt im Dezember zur Dimension6 vor seiner Haustür zu fahren kam er extra den langen Weg zu uns hochgeeiert. Finde ich toll sowas!

Links: Der typische Killerspieler
ProjectLAN: Wieviele Teammitglieder habt ihr und wie sind die Aufgaben verteilt?
Stephan: Das Team besteht bei uns immer aus allen anwesenden Vereinsmitgliedern, das können bis zu 20 Personen sein. Jeder kümmert sich primär um das, was er am besten kann. Die Fachinformatiker ums Netzwerk und die Server, die VDE-Fachkraft um den Strom, die Mädels um das Catering usw. Wenn mal Not am Mann ist helfen natürlich alle mit, egal ob das ihr Fachgebiet ist oder nicht, jedoch unter Anweisung des jeweiligen Bereichs-Spezis.
ProjectLAN: In welche Richtung wollt ihr euch perspektivisch entwickeln? Grössere Partys, Partys gleicher Grösse mit mehr Angeboten, oder seid ihr und eure Gäste bereits mit dem aktuellen Stand zufrieden?
Stephan: Natürlich versuchen wir uns weiterzuentwickeln. An der Größe werden wir nichts ändern, Hallen-Kapazität und Atmosphäre auf der Veranstaltung sprechen dagegen. Ein Wechsel der Location um wachsen zu können kommt für uns auch nicht in Frage, weil die Bökelnburghalle von keiner anderen Halle in der Region zu toppen ist. Ausreichend Parkplätze, so dass jeder Teilnehmer mit drei Autos kommen könnte. Und innerhalb von zwei Minuten erreicht man Banken, Tankstellen, Supermärkte, Pizzerien, eine Eisdiele uvm. Einfach ideal. Nein, wir werden denke ich nur unser Angebot ständig überarbeiten um einfach mal was neues zu bieten. Zum Beispiel haben wir gerade einen Kicker angeschafft, für die kleine Entspannung zwischendurch, aber auch für spannende Turniere. Und seit kurzem hat jeder Teilnehmer einen GBit-Port am Platz zur Verfügung.

Reise nach Jerusalem - mit Netzwerkkabeln statt mit Stühlen
ProjectLAN: Was denkst Du, wie wird sich die Szene in den nächsten 2 Jahren verändern?
Das ist eine interessante Frage, gerade im Bezug auf die aktuelle Killerspiel-Diskussion. Ich denke, dass sich relativ kleine Partys wie unsere halten werden. Denn wer zu uns kommt sucht nicht nur Gegner für den Mehrspielermodus, sondern auch nette Leute und den Kontakt zu neuen und alten Freunden. Wer nur daddeln will macht das heute online, DSL sei Dank oder Schuld, ganz wie man will. Große Partys werden sich nur halten können, wenn es richtig teure Preise in den Lan-only Ligen gibt. Sie sind zu anonym, das Knüpfen neuer Kontakte wird meist nichtmal zum Sitznachbarn versucht. Mittelgroße Partys, die weder den "familiären" Kreis, in dem sich alle kennen oder kennenlernen können noch die fetten Preise wie auf den großen Lans bieten können werden denke ich aussterben.
ProjectLAN: Wie seht ihr derzeit das Image von Lanpartys im Lichte der Killerspiel-Diskussion?
Das Image scheint nicht so sehr gelitten zu haben, wie ich zuerst befürchtete. Es gibt immernoch ausreichend Sponsoren, die bereit sind selbst kleine Veranstaltungen zu unterstützen. Niemand unterstützt Veranstaltungen mit schlechtem Image. Wir tun unser übriges, um das Image zu verbessern, indem wir in der Lokalpresse über unsere Veranstaltungen informieren und die Bürger einladen uns in der Halle zu besuchen. So kann sich jeder selbst ein Bild über uns Spieler machen.

typischer Desktop-Style eines Lanparty-Teilnehmers
ProjectLAN: Möchtest Du zum Schluss noch etwas loswerden?
Ja, und zwar ein dickes Dankeschön an mein Team, unsere Amtsverwaltung und unsere Sponsoren, welche alle gemeinsam unsere Partys erst möglich machen.









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