HDTV im Jahresrückblick



HDTV im Jahresrückblick

Wie hat sich HDTV im Consumerbereich entwickelt?






HDTV im Jahresrückblick

Bis vor kurzem lag hochauflösendes Fernsehen für Deutschland noch in weiter Ferne. Jedoch fiel am 14.Oktober 2005 mit der Ausstrahlung eines Tierfilms der erste Startschuss für Fernsehvergnügen in HDTV. „Pride –Das Gesetz der Savanne“ lief auf Pro7 und wurde neben der Letterbox Standardversion auch in HDTV ausgestrahlt. Bewegte Bilder in feinster Qualität und 6-Kanal Ton in Dolby Digital 5.1 erreichten über ASTRA auf Transponder 103 (12.460 GHz) die Zuschauer. Bis hin zum Hi-Fidelity Encoder lag das Quellmaterial in MPEG-2 MP@HL (Main Profile at High Level) und einer Datenrate von ca. 1.3GBit/s vor. Vom Satelliten aus, wurde dann mit rund 20MBit/s an die Haushalte gesendet. Mittlerweile senden Pro7, Premiere HD und eine handvoll anderer Sender regelmäßig Spielfilme in HDTV-Qualität.





Von nun an soll ein konsequenter Übergang von Standard-PAL-Fernsehen in HDTV stattfinden und maßgeblich beteiligt ist dabei der Privatsender Sat.1/ProSieben. Damals bei der Einleitung des PAL-Farbfernsehens drückte Willy Brandt am 25.August 1967 den Startknopf, die Geräte standen bereits in den Geschäften, das öffentliche Interesse war gewaltig und alles wurde von einem unglaublichen Medienspektakel begleitet. Im Vergleich dazu, war diese erste HDTV-Ausstrahlung im deutschen Fernsehen im Oktober diesen Jahres eher ein Geheimtipp. Denn nur Eingeweihte und eingefleischte Fans, welche sich die Informationen im Internet über diverse Foren etc. einholten, hatten überhaupt davon erfahren. Ein Medienspektakel wie zu Willy Brandts Zeiten fand indes nicht statt.


Jedoch scheinen das die Fernsehanstalten nicht allzu eng zu sehen. ARD und ZDF werden ihrer jetzigen Haltung nach sowieso noch mindestens 10 Jahre beim guten alten PAL+ Format in analoger und digitaler Form zu bleiben. Und da schätzungsweise nicht mehr als 500-600 Haushalte aufgrund fehlender Hardware HDTV empfangen und entschlüsseln können, lohnte sich eine groß angelegte Werbekampagne seitens Sat.1 und ProSieben nicht. Denn momentan kosten HDTV-fähige Receiver rund 400-650€, welches bei dem derzeitigen Programmangebot keine so hohe Investition rechtfertigt.




Nun könnte man meinen, dass wenigstens die PayTV-Sender zügig aufrüsten und ihr Sendeangebot erweitern, aber selbst Premiere geht es gemächlich an und will HDTV-Channels frühestens im November 2005 anbieten. Wobei man dort bereits eine eigene Abteilung geschaffen hat, welche die Vorbereitungen für 3 HDTV-Programme als Aufgabe übernehmen soll. Diese sollen Spielfilme, Sport und Dokumentationen hochauflösend über Kabel und Satellit dem Kunden zur Verfügung stellen. Allerdings sollte man nicht verschweigen, das diesem natürlich wieder Mehrkosten von 10-15€ zusätzlich zum Premiere-ABO abgezwungen werden. Gleichzeitig will man zum Weihnachtsgeschäft 2005 erste HD-Set-Top-Boxen anbieten. Das sollte der Unterhaltungsindustrie den lang erwarteten Aufschwung im Bereich TV und Video erbringen.


 


Über den Tellerrand geschaut

Schaut man über die deutschen Grenzen, könnte man schnell neidisch werden. Klar, Japan als Vorreiter des hochauflösenden Fernsehens und Marktführer in der Unterhaltungsindustrie hat schon lange umgerüstet. Schon 1964 begann die Fernsehanstalt NHK, derartige Videoformate zu entwickeln. Seit 1989 gibt es dort regelmäßig Versuchssendungen in Hi-Vision. Aktuell senden 7 verschiedene Fernsehanstalten rund um die Uhr in HDTV. Und über 4 Millionen Haushalte können dies bereits empfangen (man vergleiche Deutschland -> rund 500).
Umso vielfältiger ist das Programmangebot in den USA, da schon bei dem Marketing der Geräte richtig gehandelt wurde. Als weitere Länder werden Australien, Südkorea, China, Brasilien, Kanada und Südafrika genannt. Auch Belgien hat im Januar 2004 mit dem Sender Euro1080 in HDTV auszustrahlen begonnen. Die Firma dahinter heißt Alfacam, der Sender wurde inzwischen in HD1 umbenannt und soll später in das Geschäftsmodell PayTV wechseln. Am Anfang wurden hauptsächlich Musikproduktionen übertragen, inzwischen werden auch Sportveranstaltungen und Spielfilme gezeigt. Ab Januar 2005 sind auch mehrsprachige Programme geplant. Der Sender wurde vor allem zu Testzwecken genutzt (ASTRA, Transponder 88, Frequenz 12.168MHz). Dazu ist am 1.September ein ASTRA-eigener Kanal hinzugekommen, welcher Demonstrationszwecken dient. So kann man dem Kunden HDTV-Geräte in den Geschäften näher bringen.


Die Technik dahinter…

Hauptsächlich gibt es 3 Kodierungsverfahren, diese sind MPEG-2, MPEG-4 (H.264/AVC) und Windows Media Player 9 (Video Codec 1), wiederum in verschiedenen Versionen. Dazu kommen 6 verschiedene Formate (USA) bzw. 2 (Europa). Bei uns dreht es sich ausschliesslich um die Bildformate 1090 (1920 Bildpunkte x 1080 Zeilen) und 720 (1280 Bildpunkte x 720 Zeilen). Dazu kommt ein Kürzel „i“ oder „p“. Bei „i“ für Interlaced handelt es sich um die Zeilensprungtechnik, also 50 Halbbilder pro Sekunde. Der Modus „p“ Progressive ermöglicht die Wiedergabe von 50 Vollbildern pro Sekunde und kommt nur beim Format 720 vor. Letzteres wird von europäischen Rundfunkanstalten favorisiert, da man sich davon um die 15-20% höheren Codierungsgewinn verspricht. Display-Hersteller wirken diesem Trend entgegen und entwickeln Bildschirme für eine Auflösung von 1920x1080.
Als Modulationsverfahren für den Satelliten ist DVB-S2 vorgesehen.


…auch für private Anwender

Auf der diesjährigen Photokina (Fachmesse für Film und Foto) wurden von Sony und JVC bereits HDV-Camcorder vorgestellt. Dazu kommen in absehbarer Zeit neue DVD-Systeme wie Blue-Ray und HD-DVD (Extreme DVD), welche die enormen Datenmengen auch speichern und wiedergeben können. NTT zeigte auf der IBC ein Super-HD-System von Olympus mit 3840x2160 Pixeln. Dieses wurde jedoch schon wieder von NKK überboten. Denn diese stellte jetzt ihr Ultra-Hi-Vision-System mit 4000 Zeilen und 22.2-Kanal-Surround-Sound vor. Das sind 80mal mehr Pixel als das herkömmliche PAL-System bietet und rund 16mal mehr Bildpunkte als unser HDTV. Aber es bleibt nicht nur beim Auflösungsvermögen von 7680x4320 Pixeln, es werden gleichzeitig auch 4 Farbauszüge erstellt. Damit wird fast der komplette Bereich der vom Menschen empfindbaren Farben abgedeckt. Mit dieser Technik lassen sich rund 500 Menschen auf einer Leinwand abbilden, wobei noch kleine Details wie einzelne Gesichter dargestellt werden können, was wiederum eine Weiterentwicklung bei der Filmindustrie nach sich zieht. Denn dann muss man auch bei der Qualität von computerunterstützten Szenen stark nachbessern. (Link zum System von NKK: nhk.or.jp/strl/index-e.html)



Kommentare

  • HD ist genial
    ICh sag mall nur das ich hoffe das es so weiter läuft mit HD. Freu mich au viele geile spiele die das unterstüzen.

    27. Oct 2007 - 12:54 Uhr
  • Nice, aber teuer...
    HD ist geil, aber die Geräte dazu noch viel zu teuer! Ausserdem gibt es nocht nicht viele Sender! Oder?

    28. Oct 2007 - 17:34 Uhr
  • es wird kommen
    jup eindeutig

    25. Jan 2008 - 13:01 Uhr

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