Left 4 Dead: Große Vorschau zu Valves neuem Zombie – Shooter (Teil 1)
Schlaflos in Seattle, so könnte das momentane Motto der Mitarbeiter in Valves Hauptsitz Seattle lauten. Denn es sind nur noch 3 Wochen, dann erscheint Left 4 Dead, der Shooter, der bisher auf allen Spielemessen Lorbeeren einheimste und in den höchsten Tönen gelobt wurde. Doch das ist nicht der einzige Grund für den enormen Druck, der auf den Turtle Rock Studios, Valves hauseigenem Entwicklerstudio, lastet. Denn Valve hat angeblich sage und schreibe 10 Millionen Dollar in die Werbekampagne gesteckt. An Bussen, im Fernsehen und in Zeitschriften, überall in Amerika sieht man das Cover des Spiels, eine Hand mit nur vier Fingern. Doch ist das alles berechtigt? Ab dem 21.11. könnt ihr testen, ob 10 Millionen Dollar nur umsonst ausgegeben wurden oder Left 4 Dead DER Mehrspieler – Shooter schlechthin ist.
Der offizielle Werbespot:
Einer der Trümpfe des Spiels soll die künstliche Intelligenz werden. Es gibt keine Scripts, es wird alles vom so genannten „ AI Director“ geplant. Denn dieser analysiert die Spielweise der vier Spieler. Wenn zum Beispiel das erste Level des Spiels erfolgreich und ohne Verluste absolviert wurde und man noch genügend Munition hat, erkennt das der Director und ab sofort greifen einen mehr Zombies an. So ist der Schwierigkeitsgrad immer der Lage der Spieler angepasst. Doch der Director ändert nicht nur den Schwierigkeitsgrad, er korrigiert auch die Positionen der Zombies, sodass ein Level immer anders abläuft. Keine Langeweile soll aufkommen.

Viele kennen das Dilemma. Man ist in ein spannendes LAN – Match verwickelt, doch gerade jetzt bekommt man Hunger. Eine schwere Entscheidung. Left 4 Dead soll da Abhilfe schaffen. Denn um solche Situationen zu verhindern, schlüpft der Director im Notfall sogar in die Rolle einer der vom Spieler gelenkten Figuren. So kann man während der dramatischen Zombiejagd sich getrost ein Bier holen oder schnell mal aufs Klo verschwinden, der Director spielt ja für einen weiter. Genauso funktioniert auch der Singleplayer. Gabe Newell, Mitbegründer von Valve, meinte sogar, man könnte theoretisch dem Computer einfach zuschauen, wie er sich gegen die Zombies wehrt ohne einmal richtig einzugreifen. Bleibt nur noch abzuwarten, ob die Bots auch ihre Aufgabe gut erfüllen.

Die Story ist schnell erzählt: Fast die gesamte Menschheit ist in zwei Wochen von einem Virus infiziert worden. Es gibt nur vier Überlebende. Bill, der griesgrämige Vietnam – Veteran, Louis, der Durchschnittsbürger, Zoey, die verwöhnte Teenagerin und Francis, der hart gesottene Rocker. Und genau einen dieser vier Überlebenden kann am Anfang eines jeden Spiels auswählen. Unterschiede zwischen den vier Figuren gibt es nicht, jede hat zu Beginn des Spiels dieselben Eigenschaften.




Zoey Bill Louis Francis
Der Einzelspieler ist in vier Kampagnen unterteilt und jede einzelne Kampagne hat fünf Karten. Orte sind zum Beispiel das schaurige Apartment, die düstere Kanalisation, der stockfinstere Nadelwald sowie der unheimlich leer stehende Wolkenkratzer. Nach Aussagen der Entwickler braucht man pro Kampagne zwar nur eine Stunde, wenn man aber den Multiplayer, mit 20 Karten und dem Director, dazu rechnet, ergibt sich eine große Menge an Spieldauer.
Eine weitere Besonderheit des Spiels sind die sogenannten „Boss – Zombies“. Es gibt den Smoker, den Hunter, den Tank und die Hexe. Diese vier Zombies tauchen, je nachdem wie der Director es bestimmt, im Spiel auf.
Hunter: Der Hunter springt seine Gegner aus dem Hinterhalt an und wirft sie zu Boden, um sie dann mit seinen scharfen Klauen zu zerfetzen.

Smoker: Mit seiner langen Zunge kann der Smoker einzelne Gegner von ihrer Gruppe trennen und sie so seinen Zombie – Kollegen auf dem Silbertablett servieren.

Tank: Der Tank ist das Muskelpaket unter den Zombies. Im Nahkampf ist er eine tödliche Waffe und lässt seine Gegner meterweit durch die Luft fliegen.

Boomer: Der Boomer ist im wahrsten Sinne des Wortes zum Kotzen. Denn wenn das taumelnde Schwergewicht seine Gegner ankotzt, lockt er dadurch die Zombies in der Umgebung an.

Witch: Der wohl stärkste Boss – Zombie des Spiels ist die Witch (Hexe). Sie hockt auf der Karte verteilt in düsteren Ecken und trauert vor sich hin. Wenn man sie aber aus ihrer Trance erweckt, greift sie einen mit fürchterlichem Gekreische an und kann einen mit nur einem Schlag erledigen.
Das Video zeigt die Witch im Kampf:
Der Multiplayer bietet zwei Modi an. Im Survival – Modus kann man mit bis zu drei Gleichgesinnten die Zombies jagen. Im Versus – Modus treten zwei Teams gegeneinander an. Das eine Team lenkt die vier „Überlebenden“, das andere die Boss – Zombies. Es gibt aber auf Seiten der „Boss – Zombies einige Besonderheiten. So kann man nicht die Witch spielen, Tanks stehen nur bei bestimmten Karten zur Auswahl und der Director bestimmt, welchen Boss – Zombie man spielt. Außerdem können die Boss – Zombies im Gegensatz zu den vier Überlebenden respawnen. Während den 20 Sekunden, in denen sie tot sind, können sie auswählen, wo auf der Karte der Respawn stattfinden soll. Die einzige Regel dabei ist, dass man nicht in Blickweite einer der Gegner sein darf. Das Ziel der vier Boss – Zombies ist es zu verhindern, dass die Überlebenden den Safe – Room erreichen, das Ende eines jeden Levelabschnitts. Nachdem ein Level durchgespielt wurde, wird gewechselt: Die Überlebenden spielen nun die Bosszombies - und umgekehrt. Der "Sieger" ist das Team, welches im Überlebenden-Modus die beste Wertung erhielt. Diese berechnet sich folgendermaßen:
[(Distanz, die jeder Überlebende zurückgelegt hat : 4) + (Verbliebene Gesundheitspunkt)] * (Anzahl der Überlebenden im Saferaum) * (Map Modifier)
Das bedeutet, dass ihr mit den folgenden Maßnahmen euren Score erhöht:
- Jeder einzelne Überlebende muss möglichst weit kommen. Die Berechnung: Die Länge der zurückgelegten Strecke jedes Überlebenden wird zu einem Gesamtwert addiert und durch 4 geteilt (auch, wenn ihr am Ende nur noch 3 seid. Ihr solltet also im Team vorankommen)
- Seid ihr im Sicherheitsraum angekommen, wir eure Gesundheit berechnet. Hier werden verbliebene Hitpoints und auch noch nicht benutzte Healthpacks mit einbezogen. Je gesünder ihr am Endpunkt ankommt, desto besser für euch. Ob ihr die Healthpacks auf dem Weg benutzt oder nicht, mach dabei keinen Unterschied. Es werden Unbenutzte so gewertet, als hättet ihr sie letztlich im Spawnraum erst benutzt. "Pillen" zählen hier nicht.
- Je mehr Überlebende im Spawnraum ankommen, desto höher der Wert.
- In verschiedenen Mapabschnitten gibt es noch verschiedene Multiplikatoren, die irgendwo zwischen 1x und 2x liegen.
Ganz simpel gesagt: Je gesünder ihr im Endraum ankommt und je mehr Überlebende ihr dann dort seid, desto besser für euren Score!
Hier sind acht Minuten Versus – Gameplay:
Für heftige Diskussionen unter der Community sorgte das Matchmaking – System der Demo. Dieses teilt den Spieler je nach Können und Erfahrung dem geeigneten Server zu. Nur mit einigen Tricks kann der Spieler sich seinen eigenen Server aussuchen. Doch man hat auch so die Gelegenheit zusammen mit Freunden auf Zombiejagd zu gehen:
- Ihr könnt im Multiplayer (Kampagne spielen) eine eigene "Lobby" eröffnen
- Ihr könnt hierzu eure Freunde von eurer Stream-Friends Liste einladen
- Ihr könnt aus der Lobby heraus zusammen einen Server beitreten, sobald einer frei ist.
- Ihr könnt jederzeit aus dem Spiel heraus Freunde aus eurer Steam-Friends-Liste einladen
- Ihr könnt als Spieler jederzeit sehen, wenn Freunde eurer Steam-Friends Liste auf einem Server sind und sofern ein Platz offen ist, ihrem Server beitreten.
Dieses Match – Making – System soll zwar auch in der Vollversion enthalten sein, aber Valve beteuerte, dass diese Version des Systems noch entwicklungsfähig sei und es wahrscheinlich noch mehrere Updates geben wird.
Wiederspielbarkeit ist Valve anscheinend sehr wichtig. Denn alle ehrgeizigen Überlebenden können durch besondere Leistungen insgesamt 50 Errungenschaften freischalten. Wenn man zum Beispiel 100 Zombies durch Kopfschüsse beseitigt, erlangt man das Archievement „Brain Salade". Für das Töten eines Tank ohne Hilfe eines Kameraden bekommt man die Errungenschaft „Man vs. Tank“ und wenn man sage und schreibe 53.595 Zombies im Laufe des Spiels getötet worden sind, hat man offiziell den „Zombie Genocidest“ (Zombie Völkermord) begangen.
Für eifrige Hobby – Programmierer gibt es den aus Half Life 2 bekannten Hammer – Editor. Mit ihm soll man ganz einfach seine eigenen Karten erstellen. Begeisterte Fans haben auch schon angekündigt, eine fünfte Kampagne namens „Final Flight“ programmieren zu wollen. Es werden auch schon in der Demo – Version viele Karten aus Counter - Strike oder Team Fortress 2 übernommen.
de_Dust aus Counter – Strike:
City 17 aus Half Life:
Dustbowl aus Team Fortress 2:
Der Hammer – Editor:
Zusätzlich zum Hammer Editor soll es ähnlich wie bei Team Fortress 2 noch Content – Updates geben. Man darf sich auf neue Waffen, Kapmagnen, Karten und Zombies gefasst machen. Ob diese neuen Inhalte aber kostenlos sind, ist noch unklar.
Um die Heerscharen von Zombies zu erledigen, benötigt es auch einer gewissen Ausrüstung. Das weiß auch Valve und so kann man mit maximal zwei Waffen und einem Medi - Kit auf Zombiejagd gehen. Shotgun, Uzi, M4, Dual - Pistolen und das Scharfschützengewehr stehen erwartungsgemäß zur Auswahl. Manche Waffen wie das Sturmgewehr und die automatische Shotgun kann man aber erst im Laufe des Spiels bekommen. Mit Molotov – Cocktails und Rohrbomben kann man sogar ganze Gruppen von Zombies gleichzeitig in den Tod schicken. Besonders die Rohrbomben richten dabei großen Schaden an, da sie mit Leucht- und Tonsignalen die Zombies anlocken. Außerdem sind auf machen Karten schwere MG - Geschütze aufgebaut, mit denen man den Zombies richtig den Hintern einheizen kann. Und da Zombies den Nahkampf schätzen, kann man sie im Notfall einfach per Rechtsklick mit der jeweiligen Waffe wegstoßen.
Das alles klingt vielleicht ganz schön, doch es gibt einen Haken: Friendly Fire. Die Leute, die Left 4 Dead schon spielen durften, wissen, was gemeint ist. Wer hier unbedacht auf alles schießt, was sich bewegt, hat keine Chance. Es muss genau gezielt werden, wenn man weit kommen will. Doch damit es auch nicht zu schwer wird, hat Valve angekündigt, dass der Fremdbeschuss deaktiviert wird, wenn man zum Beispiel den von Zombies angefallenen Mitspieler retten will.
Falls die Gesundheit aber doch mal den Nullpunkt erreicht hat, bedeutet das nicht, dass man schon endgültig aus dem Spiel ausgeschieden ist. Denn obwohl man bewegungsunfähig auf dem Boden liegt, kann man trotzdem noch auf die Zombies feuern. So kann man es den Kameraden erleichtern, einem wieder auf die Beine helfen. Wenn man aber auch diese letzten Notreserven aufgebraucht sind, kommt man in einen abgesperrten Raum, wo man dann wieder darauf hoffen muss, dass man von den anderen Spielern gerettet wird. Wenn aber alle Mitstreiter gefallen sind, wird das Level beendet und man kann nochmal beim letzten Speicherpunkt beginnen.
Damit ein Level erfolgreich absolviert werden kann, benötigt es ja natürlich auch einer gewissen Absprache. Deshalb können sich die Überlebenden mit etwa 1.000 Zeilen Sprachmaterial verständigen. Wenn ihr also zum Beispiel mal nachladen müsst, hören die Mitspieler ein kurzes „Reloading“. Man kann aber auch manuell im Kommunikations – Menü aussuchen, was man den Anderen mitteilen will. Falls man aber nicht in Hörweite der Kameraden ist, wird in brenzligen Situationen der Status des Verbündeten eingeblendet, sodass man ihm schnell zur Hilfe kommen kann. Außerdem werden die Gefährten in weißen Shilouetten angezeigt, wenn sie hinter einer Wand sind. So soll gutes Teamplay ermöglicht werden.
Weitere Videos und Infos findet ihr auf gametrailers.com, f7c-network.com und IGN.com. Die ungefähr 250 Bilder findet ihr bald in unserer Galerie.
Quellen: uk.media.pc.ign.com/, www.f7c-network.com, www.pcgames.de, www.youtube.com





Pvt. Hudson
Bin gespannt auf das fertige Spiel!
Die Idee ist super, das Szenario recht unverbraucht - einem frischen Shooter steht also nahezu nichts mehr im Weg. Wenn jetzt der Zusammenhalt der Gruppe im Spiel noch wichtiger ist, als die Tatsache mit den meisten Punkten das Levelende zu erreichen wird das sicherlich ne willkommene Abwechslung im Spielealltag.
@agplyer:
Schöner, umfassender Beitrag. Toll!
agplayer
Vielen dank
vielen dank für dein lob
Teil 2 kommt heute raus und befasst sich mit der demo und der grafik
Pvt. Hudson
Ich hab mal ein Netzwerk zum Thema eingerichtet!
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