OniPepper - Mehr als nur ein Spieleblog



OniPepper - Mehr als nur ein Spieleblog

Interview mit den Gründern des deutschen "Kotaku"






Witzig, spritzig, frech, informativ und manchmal auch ein wenig frivol - so präsentiert sich die noch relativ junge Seite "

OniPepper.de". Wir haben mit zwei der  Chefredakteure über den Deutschen Anwärter von Kotaku gesprochen.


Aleks_mTim BrunsMichael Devries


OniPepper - das klingt nach einer asiatischen Gewürzmischung. Inwieweit trifft das auf euer Online-Magazin zu?

Tim: Scharf, süß, sexy und auf jeden Fall japanophil ist unsere Geschmacksrichtung. Aber im Kern ist Oni Pepper der Name einer süßen Japanerin, die wir als Hauptfigur für ein Videospiel angedacht haben. Wie jeder mit etwas Wortdreherei schnell rausfindet, kommt der Name von Pepperoni. Allerdings nur mit Doppel-P, weil es optisch hübscher ist. Auch wenn das bedeutet, dass es sich dann nicht mehr um eine scharfe Pfefferschote (Peperoni), sondern um die amerikanische Schreibweise für Salami handelt.

 
Oh, da muss ich jetzt nachhaken. Gibt es von eurem Videospiel schon etwas zu sehen, oder existiert das bislang nur als Idee in euren Köpfen?

Tim: Das existiert nur auf Papier. Wir wollen über kurz oder lang wieder in Produktion von Videospielen einsteigen.
 


Wieder? Das heißt, ihr kommt selbst aus der Spieleentwicklerbranche?

Tim: …sowohl aus der Spieleentwicklerbranche, als auch aus der Fernsehbranche. ALeks_M hat jahrelang beim DSF als Produzent gearbeitet und ich habe einen grausigen Egoshooter gemacht.
 

Das macht mich jetzt aber neugierig. Also Karten auf den Tisch, welcher Egoshooter war das?

Tim: Psychotoxic - und außerdem wir haben Codename Gordon für Valve gebastelt.


Ok, zurück zum eigentlichen Thema. Auf eurer Website erscheinen die News am laufenden Band und man muss sich wirklich Mühe geben, um mit dem Lesen nachzukommen. Ist OniPepper denn ein Freizeitprojekt oder macht ihr das beruflich?

Tim: Im Moment ist OniPepper ein Freizeitprojekt. aber wir arbeiten daran, die Webseite auf ein professionelles Level zu erheben, sodass wir das auch als "Berufung" bezeichnen können.

 
Wieviel Zeit steckt ihr denn, so grob über den Daumen gepeilt, in euer Spielemagazin?

ALeks_M: Also, ich persönlich habe in diesem Blog meine Erfüllung gefunden, womit ich sagen kann, dass ich 20 Stunden am Tag über die Site und deren Entwicklung nachdenke. Aktiv, variiert das je nach Zeit, die man selbst hat. Aber 4-5 Stunden sind das Tagesminimum.

Tim: Da schließe ich mich an.


OniPepper1
Der OniPepper Stil



Und - die Frage geht an ALeks_M - was habt ihr euch, bezüglich der Entwicklung eures Blogs, dieses Jahr als große Ziele gesetzt?

ALeks_M: Also die Ziele sind klar definiert. OniPepper wird sich weiterentwickeln, wie genau, möchte ich nicht sagen. Aber es wird auf jeden Fall damit zu rechnen sein, dass selbstgedrehte Videos implementiert werden und die Site noch mehr ihren Charakter ausdrücken wird. Über Zahlen und Ziele spreche ich mich lieber erst mit meinen Kollegen ab. Auf jeden Fall wird was Tolles kommen, an dem wir gerade wildentschlossen und emsig arbeiten.


Wer von euch besitzt welche Spielehardware und was spielt ihr derzeit am Liebsten?

ALeks_M: Atari VCS / Pitfall. Aber um up to date zu bleiben und kompetent über die Welt der spiele berichten zu können, braucht man alle Konsolen - und die habe ich. Mein liebstes Spiel momentan ist Team Fortress 2. Ich habe selten bei einem Shooter so gelacht.

Tim: Ich habe eine Playstation3, eine XBox360, eine Wii, einen Nintendo DS und einen ganzen Keller voller Retrokonsolen. Und im Moment spiele ich gerade Lost Odysee und Beautiful Katamari.


Und gibt es einen Spieletitel, den ihr ganz sehnsüchtig erwartet? Also um darüber berichten zu können...natürlich. ;)

Tim: Sicher, ich spiele ja nicht zum Vergnügen sondern rein aus professioneller Sicht....

ALeks_M: Genau! Vergnügen ist nicht.

Tim: …und deshalb erwarte ich sehnsüchtig Valkyrie of the Battlefield...   ALeks_M: …Prototype und Dead Space... 

Tim: …und natürlich Resident Evil 5… um nicht ganz so weich rüberzukommen.

ALeks_M: …und vergiss nicht die zombiefizierten Grüsse. Ach ja, Sacred 2.


Ich merke schon, ihr habt euch viel vorgenommen...also rein aus professioneller Sicht. Eure News sind, ich hoffe ihr versteht das jetzt nicht falsch, sehr amüsant und manches Mal auch ein wenig sarkastisch. Bekommt ihr dazu auch mal augenzwinkerndes Feedback von den Spielepublishern?  

Tim: Nein, die boykottieren uns.  


...im ernst?

Im: Nein, Spaß. Besonders Sony scheint unser Stil zu gefallen, die versorgen uns recht zuvorkommend mit schönen Goodies und anderem Kram.

ALeks_M: Ja, und es ist wichtig sich zu positionieren und einen eigenen Style zu entwickeln, um im Dickicht des Spieledschungels erkennbar zu bleiben.


...ich denke, da seid ihr auch auf dem richtigen Weg.


ALeks_M: Oh, vielen Dank, das hört man sehr gerne. Wichtig ist mir noch zu sagen, dass ich momentan eine sehr glückliche Zeit verbringe, da ich mit zwei kongenialen Partnern, wobei jeder von uns seine individuellen professionellen Fähigkeiten besitzt, meine größte Leidenschaft teilen kann und die Vision mit ihnen zusammen trage, diese zum Beruf zu machen.


Ihr als Online-Spiele-Magazin habt den Vorteil, aktueller, flexibler und vor allem unabhängiger als die großen Printmagazine zu agieren. Gibt es aber auch Nachteile, die ihr im Vergleich zu gedruckten Zeitschriften seht?


ALeks_M: Ich persönlich sehe keine Nachteile. 

Tim: Ich sehe im Moment nur den kleinen Nachteil, dass sich in Deutschland die Blogform als (Videospiele-)News-Plattform noch nicht etabliert hat. Sie wird nicht so ernst genommen.


...wofür es meiner Meinung nach eigentlich keinerlei Gründe gibt. Wichtig ist der Inhalt, nicht die Verpackung.

Tim: Wir haben uns dafür bewusst entschieden, weil wir so viel plakativer mit großen Bildern unsere kleinen Geschichten, die wir lustig finden, unters Volk bringen können. Und wir versuchen die Nische im deutschsprachigen Raum zu füllen, die destructoid oder kotaku im englischsprachigen Raum gefunden haben.

ALeks_M: Aktualität und Flexibilität ist genau mein Ding. Ich lese überhaupt keine Spielezeitschriften mehr, da meine Neugier schneller befriedigt wird durch das Allerdings gebe ich Tim Recht bezüglich des jetzigen, in Deutschland noch in den Kinderschuhen steckenden Statuses eines Blogs. Außerdem ist Kommunikation ein wichtiger Punkt und die direkte Nähe zum Leser. Es kann diskutiert werden, gestritten werden und geteilt werden.

Ein Blog lebt, ist ein eigener Mikrokosmos des Austauschens, Lernens und Ausdrückens. Auch wenn es "nur" um die Welt der Videospiele geht, ist dieses Werkzeug auch ein Fangnetz des Zeitgeistes.

»[...]das Problem des PCs ist und bleibt die große Varianz der Hardware.“ «


Gerade weil ihr sehr stark den Videospielsektor vertretet, würde ich gern eure Einschätzung dazu wissen. PC-Spiele oder Konsolen-Spiele, wird eines der beiden Genres langfristig aussterben?

ALeks_M: Hahaha, nie! Es wird alles nur noch wunderbarer. 

Tim: Ich glaube, dass es in ferner Zukunft eine vereinheitlichte Spieleplattform geben wird. Allein weil die Entwicklungskosten immer weiter steigen und das Risiko für die Publisher zu groß ist, in alle Plattformen zu investieren. Das ist so, als ob DVD, VHS, Betamax, Blu-ray und HD-DVD auf ewig nebeneinander existieren würden. Und das sage ich nicht, weil ich nicht gerne auf dem PC spiele. Crysis habe ich übrigens mit meinem XBox360-Controller durchgespielt, weil ich mich nicht mehr an Maus und Tastatur gewöhnen kann.

ALeks_M: Ts,ts,ts…ich bin nach wie vor PC‘ler.


Diesen Monat wurde auf der GDC in San Francisco die PC Gaming Alliance gegründet, die sich für Spiele-Entwicklungen im PC-Bereich einsetzt. Das muss ja irgendeinen Grund haben. Offensichtlich ist man derzeit unzufrieden mit dem Absatz von PC-Spielen. Allerdings sind in dieser Allianz auch Intel und Microsoft vertreten, die beiderseits auch im Konsolengeschäft mitmischen. Wie denkt ihr darüber? Blinder Aktionismus oder hat diese Allianz tatsächlich seine Berechtigung?

Tim: Microsoft und Intel haben natürlich ein großes Interesse am Absatz im PC-Markt. Microsoft finanziert sich durch seine Betriebssysteme und Intel freut sich über extreme Spieler, die sich die überteuerte Extrem-Hardware kaufen. Da die Schlacht im Konsolengeschäft erst gerade angefangen hat, ist es natürlich auch wichtig, das alte Kerngeschäft zu stärken.

Allerdings sehe ich die Chancen des PC-Spiele-Marktes eher auf Seiten der kleinen Independent- Entwickler, die, ganz an der großen Maschinerie der Publisher vorbei, Erfolge landen können und auch witzige Konzepte realisieren, die man keinem Produzenten bei einem Major beipulen könnte.

Aber das Problem des PCs ist und bleibt die große Varianz der Hardware. Zuviel muss berücksichtigt werden. Deshalb zeichnet sich ja auch der Trend zum Casualspiel auf dem PC deutlich ab. Die ganzen Browserspiele, deren Sinn und Spielspaß sich mir völlig entzieht. Und auch das ist wieder ein Trend, der meine oben genannte Meinung zur Vereinheitlichung unterstreicht.



...browserbasierte Games?

Tim: Ich glaube nicht, dass die Zukunft in browserbasierten Spielen liegt. Im Moment ist der Browser aber eine systemübergreifende, vereinheitlichte Plattform.


Aber iD hat zum Beispiel Quake Live als reines Browsergame angekündigt, welches zudem volle 3D-Unterstützung mitbringt und Quake 3 Arena optisch in Nichts nachstehen soll...sogar ganz im Gegenteil.

Tim: Richtig, mit Browserspielen, deren Sinn ich nicht verstehe, meinte ich weiter oben diese ganzen "Bitefight", "Gladiator of Rome" und "Sea Fight" -Dinger.


...stimmt, die scheinen derzeit auf der Web2.0-Welle mitzuschwimmen.

Tim: Aber ich glaube, ich habe mit meiner Antwort das ganze etwas ausufern lassen und befürchte, dass ich nichtmal die Kernfrage beantwortet habe. Das macht aber nichts, oder?

»Videospieler sind die Rockstars von morgen - und wir werden ordentlich mitrocken!!!«


Nein, kein Problem. Die Frage ist auch schon abgehakt. ;-) Wie viel steckt von jedem von euch in Oni Pepper? Sprich, wer kümmert sich um welchen Bereich?

ALeks_M: Jeder von uns hat eine berufliche Historie, die wunderbar vereinbar ist in diesem Projekt. Eine strikte  Aufteilung gibt es bei uns nicht. Es ist alles miteinander verschmolzen, allerdings hat jeder seine ganz eigenen Stärken. Ich in meiner Person sehe meine Stärken im Ausarbeiten von Konzepten und kreativen Ideen zur Weiterentwicklung der Seite, die allerdings nur durch den kreativen Input meiner Kollegen funktionieren kann.

Tim: Ja schreib auch was über mich, das klingt bei dir so toll.

ALeks_M: Tim spielt nur. Nein, nur Spaß. Tim ist der erfahrenste von uns und das Brain, da er selbst Spieleentwickler ist und daher die Kompetenz mitbringt, die notwendig ist, um eine Spielesite auf hohem, wahrheitsgemäßen und technisch einwandfreiem Niveau halten zu können. Außerdem sind Tim und Michi erfahrene Spieler, die schon seit Jahren die Szene verfolgen und über das didaktische Rüstzeug verfügen, dies auch in Wort und Bild fassen zu können. Michi ist unser Verkaufsprofi und war jahrelang erfolgreich in der Modebranche, Streetware und so. Wir drei zusammen ergänzen uns fantastisch.

Tim: Obwohl ich webtechnisch schon eher ein Stümper bin.   ALeks_M: Aber ein guter Stümper.

So, mehr Fragen habe ich nicht. es sei denn, ihr habt noch einen guten Schlusssatz.

ALeks_M: Videospieler sind die Rockstars von morgen - und wir werden ordentlich mitrocken!!!


Mir hat das Interview mit euch sehr viel Spaß gemacht. Ich wünsche euch weiterhin viel Erfolg mit OniPepper. Mögen sich unsere Fahrwässer auch in Zukunft kreuzen.

Das Interview führte Torsten Schmidt.



Kommentare

  • Coole Sache
    Hier gehts ja ganz schön voran. Finde es super wieviel Arbeit ihr hier reinsteckt.

    Gehören esportsnet und onlinewars auch zusammen oder ist da einfach nur der falsche Banner reingerutscht?

    16. Sep 2006 - 18:13 Uhr
  • onlinewars ist ehem. esportsnet
    wurde anfang märz umfirmiert und ich (chef von dem ganzen) war bis jetzt zu faul en neuen banner zu machen

    17. Sep 2006 - 16:13 Uhr
  • Applaus
    Kongeniales Interview, ich hatte förmlich das Gefühl, dabei zu sitzen. Sehr schöne Infos, man hat die Protagonisten von Oni Pepper sehr gut kennenlernen können.
    Respekt vor dem hervorragend ausgearbeiteten Fragenkatalog, du hast Wort gehalten...

    5. Mar 2008 - 12:24 Uhr
  • s
    krasssss

    5. Apr 2008 - 17:56 Uhr

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