Review: Boom Blox – Das Partyspiel für Lanmuffel?



Review: Boom Blox – Das Partyspiel für Lanmuffel?






Es war der 18. Dezember 1946 als in Ohio ein Mensch namens Steven das Licht der Welt erblickte. Seine beiden Eltern konnten zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen, dass sie gerade den erfolgreichsten Regisseur aller Zeiten das Leben geschenkt hatten und Steven ahnte noch nicht, dass er in ferner Zukunft neben seinen Filmen dem bis dahin noch nicht einmal erfundenen Heimvideospielmarkt, ein Spiel schenken würde. Natürlich ahnt ihr schon um wen es sich hier handelt. Um keinen geringeren als Steven Spielberg. Doch was hat es mit dem Heimvideospielmarkt auf sich?

2005 schloss er mit Electronic Arts einen Exklusivvertrag über die Entwicklung von drei Spielen ab, welche in den nächsten Jahren für diverse Systeme erscheinen sollen. Das erste der drei Spiele erblickte vor ein paar Tagen das Tageslicht. Es wurde speziell für die Wii-Konsole produziert und hat den wohlklingenden Namen „Boom Blox“ Doch hat es Steven wirklich wieder einmal geschafft die Welt mit einer seiner Innovationen zu überraschen und vor allem besitzt das Spiel auch einen Langzeitmotivationsfaktor? Das galt es heraus zufinden, denn bevor das Spiel erschien, wurde von EA schon fleißig die Werbetrommel geschlagen und als „Das Spielhighlight“ des Jahres angekündigt.


Doch was genau versteckt sich hinter Boom Blox? Nun um dies zu erklären, müsste ein jeder von euch erst einmal das Gesellschaftsspiel „Jenga“ kennen, welches 1989 von Leslie Scott entwickelt wurde. In diesem Spiel stapelt man mehrere Holzblöcke in versetzter Anordnung übereinander, so dass ein großer Turm entsteht. Dann zieht immer abwechselnd ein Spieler nach dem Anderen, einen Holzblock aus dem Turm, möglichst so dass dieser nicht einstürzt. Verloren hat am Ende der Spieler, bei dem der Turm kippt. Boom Blox arbeitet nach dem selben Grundprinzip, nur das man die Blöcke neben dem klassischen Herausziehen, auch aus dem Turm herausschießen kann.

Zusätzlich gibt es noch ein paar Spezialblöcke, wie Bombenblöcke, welche bei Beschuss explodieren oder Verschwindeblöcke, die bei einem Treffer einfach verschwinden. Ebenfalls findet man im Spiel auch noch ein paar veränderte Varianten des Grundspiels, bei dem man zum Beispiel verschiedene Blöcke so entfernen muss, dass bestimmte Figuren über einen vorgegebenen Weg, ihr Ziel erreichen können. Eine weitere Spielvariante ist das Aufeinanderstapeln von Blöcken, zum Beispiel von Bombenblöcken, um einen Turm in einer Kettenexplosion zum Einsturz zu bringen.


Natürlich darf eine Variante in diesem Spiel nicht fehlen und dies ist die reine Schussvariante. In dieser beschießt man den Turm nicht mit Bällen um die Steine aus diesem zu Lösen, sondern muss umherfliegende Blöcke in Tontaubenmanier abschießen. Auch Edelsteinsammler und Goldschürfer finden im Spiel mehrere Level für sich. Bei ersterer Sammlerleidenschaft, darf man alle Edelsteinblöcke aus einem Riesenblock herausbefördern. Bei den Goldmissionen muss man dagegen so viele normale Blöcke wie möglich in Goldblöcke umwandeln.
 
Über 300 verschiedenen Level, gibt es im Spiel zu bewältigen und neben den Einzelspielermissionen, kann man auch im Mehrspielerpart noch mehr Level frei schalten. Hierzu arbeitet man sich linear durch das Spiel durch. Das bedeutet, hat man ein Level geschafft wird das nächste freigeschalten, ist eine Mission beendet, kann man die nächste Mission spielen. Genauso verhält es sich in dem Mehrspielerpart, welchen man gemeinsam bestreitet. Auch in diesem wird ein Level nach dem anderen aktiviert, sobald man dass Aktive Level absolviert hat.
Eine weitere Variante ist das Punktesammelspiel, bei dem die Blöcke mit verschiedenen Punktewerten, positiv als auch negativ, versehen sind. Das Grundspiel dazu findet man übrigens auch in einer Jenga-Variante mit dem Namen Jenga Casino. Auch bei dieser Version des Spiels, sind die Steine mit verschiedenen Punktwerten versehen. Bei Boom Blox muß man den Turm abräumen und zum Sieg eine gewisse Punktzahl erreichen oder im Mehrspielerpart einfach die höchste Punktzahl erreichen.


Natürlich gibt es bei Boom Blox nicht nur längliche Blöcke wie im Original, sondern alle möglichen Formen von kleinen Würfeln bis großen Quadern. Dadurch lassen sich die verschiedensten Konstruktionen im Spiel erschaffen, womit wir auch schon bei einem weiteren Bonus von Boom Blox wären, dem Leveleditor. Boom Blox ist das, nach meinem Wissen, erste Wii Spiel, bei dem man sich selber als Leveldesigner verdingen kann. Sobald man eine Level erstellt hat, kann man diese zusätzlich über WiiConnect24 mit anderen Boom Blox Besitzern tauschen oder zum Test zur Verfügung stellen. Die passenden Konstruktionsgegenstände, bekommt man übrigens durch das Erfüllen der einzelnen Levels in der Einzelspielerkampagne

Fazit: Im Leveldesigner sehe ich die zukünftige Stärke von Boom Blox. Wenn sich für diesen Designer geeignete Fans finden und diese wirklich gute Missionen zurecht basteln, kann das Spiel auch erfolgreich werden. Ansonsten bleibt mir nur zu Sagen“ Das war wohl nix, Herr Spielberg“ Auch wenn die Grundidee sehr interessant klingt, ist die Umsetzung mehr als dürftig.


Durch die lineare Vorgehensweise, ist man sehr schnell demotiviert, wenn man ein Level nicht schafft. Die Nachfolgenden bleiben einen dann für alle Ewigkeit verborgen. Außer man versucht es so lange, bis man endlich einen Weg gefunden hat. Hier hätte ich mir gewünscht, das man immer die Auswahl zwischen mehreren freigeschaltenen Leveln hat und somit auch schneller voran kommt, auch wenn man mal bei einem Level versagt.

Ein weiterer Negativpunkt sind die Missionen. Zwar wurde versucht in den Missionen eine Geschichte unterzubringen, doch statt einer netten Animation der Zwischensequenzen, präsentiert uns Spielberg ein paar Bilder mit den passenden Untertiteln. Und dies obwohl man sich beim erstellen der Figuren wirklich Mühe gegeben hat. Diese sehen nämlich nicht nur lustig aus, sondern haben auch witzige Namen wie „Herzog von Wollenstein“, übrigens ein Schaf, und Betsy Muh eine in der Gegend herumstehende Kuh.


Auch der Mehrspielerpart kann nicht wirklich überzeugen. Zwar bereitet das konkurrierende Punktesammeln bei den ersten paar Spielen ein bisschen Freude, doch erlischt diese Vorfreude auch schnell wieder, wenn man nur noch damit beschäftigt ist die restlichen Punkteblöcke von den Podesten zu kicken, obwohl man schon von der Punktezahl her weiß, dass man gewonnen oder verloren hat. Hier hätte man das Spiel beenden können, sobald fest steht, das eine Entscheidung gefallen ist.

Am Ende kann man nur darauf hoffen, dass sich ein paar wirklich gute Leveldesigner finden werden, welche dem Spiel ein paar interessante Level spendieren. Das Spiel bietet viele Möglichkeiten dazu und mit etwas Geschick, schafft man auch die nötige Abwechslung und Spannung in das Spiel zu bringen.







Kommentare

  • ...
    das klingt insgesamt nicht wirklich toll ... da bleib ich lieber bei Jenga

    23. May 2008 - 14:36 Uhr
  • Nee
    da spiel ich lieber was anderes

    14. Jul 2008 - 15:15 Uhr
  • klingt
    irgendwie nicht nach meine spielegeschmack...

    25. Sep 2008 - 22:18 Uhr

Du bist nicht eingeloggt! Bitte melde dich erst an, um ein Kommentar zu schreiben.