Review Left 4 Dead: Die untoten Horden stürmen an



Review Left 4 Dead: Die untoten Horden stürmen an

Zombiegemetzel „Left 4 Dead" ist nichts für feinsinnige Gemüter






Kinoreif inszeniert im Stile von „28 Weeks Later" oder „Resident Evil" richtet das nicht jugendfreie Zombie-Gemetzel „Left 4 Dead" eine gruselige Schlachteplatte an. Das Sujet: Eine Seuche hat die Welt heimgesucht und verwandelt die Menschen in Monster, die alles angreifen, was ihnen in den Weg kommt. Die wenigen Überlebenden decken sich mit Wummen ein und bahnen sich schießwütig einen Weg durch die Zombie-Meute zum nächsten Bunker und von dort immer weiter, immer auf der Suche nach dem rettenden Ausweg aus der Stadt...

Na schön, diese Geschichte ist nicht gerade neu – aber in „Left 4 Dead" aufregend, atmosphärisch dicht, optisch ansprechend (wenn man denn Ekeleien mag) und temporeich umgesetzt. Die deutsche Version ist dem Vernehmen nach nur leicht geschnitten, so kann man Zombies beispielsweise keine Gliedmaßen wegschießen, erledigte Gegner verschwinden nach wenigen Sekunden, auch kann man, anders als in der US-Version, keine wehrlos liegenden Zombies erledigen. Trotz dieser Zensureingriffe kennt das Ganze kennt keine feinsinnigen Hintergründeleien, sondern nur eine Marschrichtung: geradlinige Action. Das mag auch daran liegen, dass die Schlächterei primär als Netzwerkspiel konzipiert wurde, die Kampagne kann man aber auch mit PC-gesteuerten Kameraden im Einzelspieler-Modus durchzocken.

Ziemlich ätzend ist allerdings die quälend langatmige Registrierung und Aktualisierung des Spiels bei der Internetplattform „Steam". Da geht inklusive Erstinstallation selbst mit einer breitbandigen Leitung unter Umständen über eine Stunde drauf, bis man das Spiel starten kann. Aber wir wollen uns an dieser Stelle nicht schon wieder über nervige Kopierschutzmechanismen ausheulen.


„Steam" hat natürlich Auswirkungen auf die Spielmöglichkeiten: Um die Szenarien im Einzelspielermodus gemeinsam mit KI-gesteuerten Kameraden (die sich übrigens erstaunlich clever und entgegen kommend verhalten) zu spielen, muss man sich zumindest anfangs per Internet über den eigenen „Steam"-Account anmelden, Flaterate-lose Zocker können nach dem Start die Verbindung dann wieder trennen. Das, was „Left4Dead" – neben dem puren Gemetzel - so attraktiv macht, nämlich der Kooperativ-Modus, lässt sich freilich nicht per Heim-LAN starten, dafür muss jeder Teilnehmer permanent im Internet und bei Steam angemeldet bleiben – sehr schade!

Allerdings macht „Left4Dead" selbst im schönen Single-Modus was her, da die lieben KI-Kumpel einem wirklich den Rücken freihalten, anders wäre manche Zombie-Welle auch gar nicht überlebbar. Zur Verfügung steht im Spiel das genreübliche Waffenarsenal von Pistole über MPi bis hin zum Scharfschützengewehr. Unterwegs kann man Molotowcocktails, Schmerztabletten, Sani-Kästen und andere hilfreiche Dinge aufsammeln, mit denen man sich den Weg durch die oft exzessiv heranströmenden untoten Armeen bahnen oder sich regenerieren kann, wenn man zum Beispiel von einem Monster mit Schleim vollgekotzt, von überlangen Mutanten-Zungen gewürgt oder anderweitig angenagt wurde. Zwischendurch speichern ist nicht drin, wenn man jedoch am Ende eines Levels den Schutzraum erreicht, fungiert der als eine Art Speicherpunkt, den man später wieder anwählen kann und in dem man neue Muni und Medi-Packs erhält.

Neben normalen Untoten (ich weiß: ein Widerspruch in sich) kreuzen „Boomer" (die explodierenden Fettsäcke kündigen sich durch Rülpsereien an), „Smoker" (zu erkennen am typischen „Karo"-Raucherhusten) und „Hunter" (springen dich an und weiden sich aus) den Weg der „Überlebenden", gegen Levelende taucht gelegentlich auch ein kraftmeierischer „Tank" (sieht wie ein Mega-Doom-Monster aus) auf, die ungerecht viel einstecken können – in der Regel muss sich einer aus dem Trupp opfern, damit die anderen den „Tank" per Dauerfeuer niedermähen können. Einen großen Bogen sollte man um die „Witches" machen: Die ollen Heulsusen werden zu Metzger-Furien, wenn man sie aufscheucht.

Fazit: Der geneigte Leser ahnt es schon: „Left 4 Dead" ist nichts für zartbesaitete Gemüter, eher was zum hemmungslosen Austoben (typischer Ablauf: „Aaargh... Pengpengpeng, Ratterratterratter – Mündungsfeuer-Mündungsfeuer-Mündungsfeuer ... Aaargh..."). Wer das mag, wird mit Sicherheit seinen Spaß haben, so makaber das klingt...

Autor: Thor

Titel: „Left 4 Dead"
Publisher: Valve/Turtle Rock
Genre: Zombie-Action
Multi- und Einzelspieler
Mindestalter: 18



Kommentare

  • Leider
    zu weit weg (ca. 450km). Sonst hätt ich mich gern als Redner zur Verfügung gestellt (Workshop: Virtualisierung oderso).

    2. Oct 2006 - 11:09 Uhr
  • Zombie Survival Guide
    Passend dazu ein sehr witzig gemachtes Video.

    Youtube Video

    25. Mar 2009 - 09:37 Uhr

Du bist nicht eingeloggt! Bitte melde dich erst an, um ein Kommentar zu schreiben.