Review: Tales of Valor



Review: Tales of Valor

Das zweite Add-On zum Echtzeitstrategiespiel "Company of Heroes"






Test: „Company of Heroes – Tales of Valor“
Lang hat die Fangemeinde von „Company of Heroes“ auf die zweite Erweiterung „Tales of Valor“ gewartet. Ob diese der Erwartungshaltung gerecht werden kann, lest Ihr in unserem ausführlichen Test.


Company of Heroes

Als am 29. September 2006 das Strategiespiel „Company of Heroes“ von THQ veröffentlicht wurde, war noch nicht abzusehen, wie erfolgreich das neueste Echtzeitstrategiespiel von Relic Entertainment werden würde. Gute Grafik, toller Sound und eine mitreisende Hintergrundgeschichte verwöhnten Echtzeitstrategen mit neuen Ideen und einem eher ungewohnten Ressourcenmanagement. Durch das Erobern von über die Karte verteilter Punkte, erhält man Arbeitskraft, Munition und Treibstoff, welches man in den Bau oder die Weiterentwicklung von Einheiten investiert. Daher gilt es möglichst viele solcher Punkte zu erobern und zu halten.
In einer sehr umfangreichen Kampagne mit 15 Missionen spielt man mit den Alliierten die Befreiung Frankreichs nach. Angefangen von der dramatischen Landung in der Normandie, über die Besetzung Carentans und dem „Unternehmen Lüttich“ sind alle Aufträge aufwändig in Szene gesetzt. Mit atmosphärischen Animationen zu Beginn, Ingame-Sequenzen zur Missionsbeschreibung und belohnenden Szenen bei Beendigung eines Levels wird der Spieler motiviert. Durch verschiedene Technologiebäume kann zudem jeder Spieler seine bevorzugte Spielart selber wählen.
Der Onlinegemeinde gefällt an „Company of Heroes“ zudem der umfangreiche Mehrspielermodus, indem man mit bis zu 7 weiteren Spielern gegen oder miteinander antreten kann. Fehlende Spieler werden dabei auf Wunsch von computergesteuerten Einheiten ersetzt, die man mit drei Kurzbefehlen auch beeinflussen kann. Ähnlich wie „Starcraft“ übt das Spielprinzip, gepaart mit der immer noch tollen Grafikengine und den vielfältigen Möglichkeiten noch heute eine enorme Anziehungskraft auf die Spielgemeinde aus.


Panzer IV - Tiger: mit Kommandaten auf Erkundungsfahrt

Opposing Fronts

Die erste Erweiterung „Opposing Fronts“ erschien genau ein Jahr später am 28. September 2007 und bot erstmals auch die Möglichkeit im Einzelspielermodus die Seite zu wechseln. So kann man als Deutsche Panzerelite die „Operation Market Garden“ verhindert oder wie gewohnt auf Seiten der Alliierten, diesmal mit der 2. Britischen Armee, die Befreiung von Caen nachspielen.
Erfreulich war beim Erscheinen die Tatsache, dass die Kampagne Umfangreicher ist, als beim Hauptprogramm, die zwei hinzugekommenen spielbaren Untergruppen neue Taktiken ermöglichten und das „Opposing Fronts“ eigenständig läuft, also das Hauptprogramm nicht zwingend voraussetzt. Außerdem kann man im Mehrspielermodus auch dann miteinander spielen, wenn man nicht beie Teile selbst besitzt. Allerdings nur mit den Parteien, des im eigenen Spiels. Damit gelang es Relic Entertainment die Ausdünnung der Mehrspielerlobby zu verhindern.

Tales of Valor

In der zweiten und letzten Erweiterung zu „Company of Heroes“ verfolgt Relic Entertainment ein anderes Ziel. So gibt es zwar drei neue Kampagnen, die jedoch sind alle nur drei Missionen kurz und nach spätestens 9 Stunden absolviert. Das Hauptaugenmerkt liegt auf den drei neunen Mehrspielermodi.

Able und Baker Company auf dem Vormarsch

Neue Kampagnen

Vermissen lassen die drei neuen Kampagnen auch das bauen von Gebäuden. Allerdings kann der Spieler mit der Einführung der „Direct Fire – Option“ bestimmte Einheiten direkt befehligen. Die erste neue Kampagne mit dem Namen „Tigerass“ versetzt den Spieler in die Rolle eines Panzerkommandanten, der mit seiner Mannschaft das französische Dorf Villers-Bucage von Britischen Soldaten säubern soll. Im an- und abschaltbaren „Direct Fire“ dient der Mauscursor als Zielpunkt für die Hauptkanone des Tigers. Somit kann präziser gesteuert und direkt beeinflusst werden, was mit dem Gegner passiert. Denn trifft man nun am Heck, geht des Gegners Motor kaputt, nimmt man die Front unter Beschuss, geht häufig sofort die Hauptkanone kaputt. Außerdem besitzt der Tiger eine ganze Menge an Erweiterungen, die wie üblich in „Company of Heroes“ mit Erfahrungspunkten beliebig freigeschaltet werden. So verbessert sich die Nachladegeschwindigkeit oder die Treffergenauigkeit der Mannschaft am Bord-MG. Das alles in allen drei Kampagnen nahezu identisch.
Die zweite Mini-Kampagne „Damm“ spielt auf Seiten der Amerikaner. Hier steuern sie zwei Fallschirmjägerverbände, die sie ähnlich wie in der „Tigerass“ Kampagne direkt steuern können. Auch hier bedient sich Relic Entertainment wieder historisch korrekter Ereignisse und lässt sie nur wenige Stunden vor der geschichtsträchtigen D-Day-Invasion mit der 82. Airborne Division den Damm von La Fière westlich von Sainte-Mère-Église sichern.
Die dritte und schwerste Kampagne in „Tales of Valor“ beschäftigt sich wiederum mit den Deutschen. Die 7. Deutsche Armee ist bei Falasie eingekesselt wurden. Ihre Aufgabe ist es, die Stadt Trun zu halten, damit der Rückzug der geschwächten Truppen erfolgreich beendet werden kann. Was ihnen in diesen drei Missionen alles entgegengeworfen wird, lässt selbst eingefleischte Strategen verzweifeln. Denn besonders die Sekundären und Bonusziele sind extrem kniffelig und kaum beim ersten Anlauf zu bewältigen. Umso mehr befriedigt der Abspann, nach dem erfolgreichen Beenden der letzten Mission.


Das Upgrade-Menü des Panzer IV - Tiger

Mehrspielermodi

Operation: Steinwall

„Tales of Valor“ wartet mit besonders für Mehrspielerenthusiasten erfreulichen drei neuen Mehrspielermodi auf. Zum einen ist das eine Art „Last Man Standing“, bei dem es darum geht, die anstürmenden Gegnerwellen zu überleben. Vier Spieler verteidigen dabei in der „Operation: Steinwall“ ein kleines Dorf, indem jeder Spieler nur ein eigenes Gebäude besitzt. Dort können zwar Infanterie und schwere Waffen angefordert werden, jedoch ist man Zahlenmäßig immer unterlegen. Die richtige Taktik und das entscheiden für einen Waffenbereich ist hierbei der Schlüssel zum Erfolg.

Operation: Panzerkrieg


Jeder Mitspieler wählt sich einen seiner Partei entsprechenden schweren, mittleren oder leichten Panzer. Sechs Erweiterungen können diesen im Spielverlauf weiter aufwerten. Zu Beginn des Spiels hat jede Seite Tickets, die durch das Erobern von drei Punkten auf der Karte begünstigt werden können. Für Abschlüsse verliert der Unterlegene solche Tickets. Mit weiteren Munitionspunkten können später leichte Infanterieverbände oder Luftsupport angefordert werden. Welche Seite zu erst auf Null fällt hat verloren. In diesem Mehrspielermodus funktioniert auch der „Direkt-Feuer-Modus“.

Operation: Sturm:

Die beiden Kriegsgegner warten auf nahezu identisch verteidigten Seiten mit schweren Stellungen auf die heiße Phase. Mit lediglich einer Einheit, die über 20 Aufwertungsmöglichkeiten der Haupt und der alternativen Waffe verfügt, muss eine Presche geschlagen werden, um das Gegnerische Hautquartier zu zerstören. Die vielen Verteidigungsstellungen und kleiner Stoßtrupps werden auf beiden Seiten von der KI gelenkt. Die menschlichen Mitstreiter agieren per „Direkt-Feuer“ die Sondereinheiten wie einen übermächtigen Jeep, einen Beinharten Ranger oder einen wieselflinken Scharfschützen. Hier kommt bei voll besetzen Matches richtig Freude auf und vermittelt ein völlig neues Spielgefühl.
Alle drei Operationen sind vorläufig nur mit einer spielbaren Karte hinterlegt. Die durchaus unterhaltsamen Modi peppen den altherkömmlichen Spielspaß zwar auf, aber hat man einmal „Operation: Steinwall“ überstanden ist einem das Schema der KI bekannt und die Motivation ist schnell verflogen. Die anderen beiden Modi bieten viel Abwechslung durch verschiedene Einheiten und einer mit menschlichen Spielern vielfältigen Taktik.

    Beispielvideos zu den einzelnen Modi findet ihr hier.


Operation: Sturm - Das Deutsche Lager explodiert


Fazit:

Wer das Hauptprogramm und/oder die erste Erweiterung mochte, wird auch mit „Tales of Valor“ seine wahre Freude haben. Die kurzen Kampagnen bieten zwar nur kurzfristig neues Futter für Solisten, der fair hohe Schwierigkeitsgrad motiviert jedoch mit den Bonuszielen auch zum wiederholten durch spielen. Das zweite Add-On spricht in erster Linie den Mehrspielerbereich an und kann mit seinen neuen Mehrspielermodi und den neunen Karten durchaus überzeugen. Auch Gefechte, die austauschbaren Einheiten und die überarbeitete KI sorgen für Abwechslung.
Wer noch kein „Company of Heroes“ besitzt, sollte sich die Trilogie zulegen, in der alle Teile günstig zu haben sind. Auch die überdurchschnittlich hohen Wertungen der Fachpresse lassen keinen Zweifel daran, dass „Company of Heroes“ zu recht in die oberste Liga der geschichtlichen Strategiespiele gehört.


Zusammenfassung:
- 3 neue Kampagnen
- 9 neue Fahrzeuge (die im Mehrspielermodus bestehende Einheiten wahlweise ersetzen)
- neuer „Direkt Feuer-Modus“
- 3 neue Mehrspielermodi (Steinwall, Panzerkrieg, Sturm)
- 10 neue Mehrspielerkarten (2, 4, 6 & 8 Spieler)
- Versionsanhebung auf V 2.501 mit diversen Bugfixes, neuen Sounds und Musikanpassung
- KI agiert noch cleverer und aggressiver
- alleine Lauffähig (Hauptprogramm wird nicht benötigt)




Kommentare

  • comment
    Na dann bin ich mal gespannt, hoff das ding wird genauso gut wie der vorläufer

    17. May 2009 - 12:43 Uhr

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