Spartiaten metzeln nun auch auf dem PC
Authentisch, aber unhandlich: Strategiespiel "Ancient Wars" zum Kinofilm
Während König Leonidas derzeit in den Kinos mit 300 Spartiaten, Stahl und markigen Reden den Pass an den Thermopylen gegen die Perser-Invasion verteidigt, hat diese alte abendländische Legende inzwischen auch den Weg auf den PC gefunden: "Ancient Wars: Sparta" ist ein hübsch animiertes und um historische Authentizität bemühtes Strategiespiel, das in drei Kampagnen die antiken Kriege vor dem Aufstieg Athens aus Sicht der Lakedaimonier, Ägypter und Perser schildert.
Ins Feld führen diese Völker durchweg historisch belegte Einheiten und Taktiken. Herzstück der griechischen Truppen zum Beispiel sind Phalangen aus Spartiaten, die Reiterei spielt nur eine untergeordnete Rolle, die Perser wiederum verfügen auch über Kriegselefanten. Auch die Selbstverständlichkeit, mit der die Spartaner ein ganzes Volk versklaven, wird im Spiel nicht ausgespart.
All diese Authentizität geht allerdings zu Lasten der Spielprinzipien. So rüsten sich Krieger beispielsweise nicht automatisch aus, sondern der Feldherr muss ihre Bewaffnung - wie in einem Rollenspiel - in der Kaserne manuell bestimmen. Auch werden zum Beispiel im Stall nicht etwa berittene Krieger ausgebildet, sondern nur Pferde, die man dann einzeln bemannen muss.
Zudem stehen im Mehrspielermodus lediglich neun Karten zu Verfügung. Hochaufgelöste Videos (das neue Command & Conquer hat diesbezüglich neue Maßstäbe gesetzt) sucht man vergebens. Nicht zuletzt lässt die Künstliche Intelligenz (KI) der virtuellen Figuren, die manchmal in ziemlich idiotisch Sackgassen laufen und im Mehrspielermodus gegen Rush-Taktiken überhaupt nix unternehmen, zu wünschen übrig.
Fazit: Trotz ordentlicher Grafik und vielen authentischen Details sehe ich ohne Nachbesserungen von den Entwicklern wenig Hit-Potenzial in der Strategie-Szene.
Verfasser: Thor









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