Supreme Commander - Review Vollversion
Testbericht zur Vollversion von Supreme Commander
SUPREME COMMANDER
Test der Vollversion
Bevor Du Dir den Test durchliest, solltest Du eines wissen, Supreme Commander ist kein Spiel - Supreme Commander ist eine Gefechtssimulation.
Wenn Du mit Spielen wie Command & Conquer: Generäle und den dort typischen Armeegrößen von 100 Einheiten bereits überfordert bist, brauchst Du Dich gar nicht erst zum Dienst für eine der drei Parteien in Supreme Commander zu melden. Ist es Dir zu kompliziert eine Basis des Gegners, welche nahezu keine Schwachstelle aufweist, von drei verschiedenen Seiten gleichzeitig anzugreifen, so lass bitte die Hände von Supreme Commander. Denn Supreme Commander wartet mit Schlachten auf, welche jedes bisher erschienenen Echtzeitstrategiespiel wie ein „Mensch ärgere dich nicht“ aussehen lässt.
Supreme Commander wird Dich fordern, Supreme Commander wird Dich zwingen neue Wege zu gehen, Supreme Commander wird Dir zeigen, wer der Herr auf dem Schlachtfeld ist.
Komplexität vom feinsten
Du denkst also, Du hast das Zeug zum Commander? Dann werden wir mal sehen, ob Du an Selbstüberschätzung leidest oder einfach nur verrückt genug bist, diese Herausforderung anzunehmen…
Supreme Commander stammt vom talentierten Chris Taylor, der bereits in den 80’er Jahren damit begann Computerspiele zu programmieren und uns mit Klassikern wie Total Annihilation oder der Dungeon Siege Reihe erfreute. Theoretisch ist Supreme Commander die Fortsetzung von Total Annihilation. Da die Rechte hierfür jedoch bei einem anderen Publisher liegen, ließen sich die Jungs von Gas Powered Games für den aktuellen Softwaregiganten THQ einen anderen Namen einfallen.
Am Spielgeschehen ändert das freilich wenig und alteingesessene Feldherren von Total Annihilation kommen ohne das gute Tutorial zurecht. Die Lernvideos, samt der freispielbaren Karte ohne Gegnern, erklärt neuen Kadetten die sehr komplexe Steuerung und Handhabung der über 100, auf drei Parteien verteilten, verschiedenen Einheiten. Was anfangs doch recht wahnwitzig klingt, ist am Ende die große Stärke von Supreme Commander.
Zu Beginn der Kampagne entscheidest du dich für eine der drei spielbaren Parteien. Es stehen dabei die UEF (United Earth Federation) eine von den Menschen abstammenden Fraktion, die mit großen Panzern und allerlei schwerem Geschütz in den Kampf ziehen zur Verfügung.
Weiter gibt es die Cybrans, welche dem leicht verwirrten Dr. Gustav Brackman unterstellt sind und als kybernetische Wesen, welche zwar von den Menschen erschaffen wurden aber aufgrund ihrer sklavenähnlichen Unterdrückung den Humanoiden den Krieg erklärt haben. Die Einheiten der Cybrans sind futuristische, scharfkantige und meist rot leuchtende spinnenartige Angriffsroboter, die in besonders großen Heerscharen über ihre Feinde herfallen.
Zu guter Letzt kannst Du Dich noch für die AEON entscheiden, welche einer Mischung aus Menschen und Aliens namens Seraphim stammen. Durch einen mehrere 100 Jahre zurückliegenden Krieg zwischen Kolonisten der Erde und den Seraphim haben sich nach dem fast völligem auslöschen beider Seiten, die Partei der „erleuchteten“ AEON gebildet. Die AEON sind technologisch auf sehr hohem Niveau und strotzen mit riesigen Robotern und organischen Panzern, welche sich mit Plasmawerfern und allerhand anderer nie gesehener Einheiten zur Wehr setzen.
Die Qual der Wahl
Die drei Seiten spielen sich ähnlich wie in Starcraft sehr verschieden. So fehlt es den UEF’s an großen Sturmeinheiten, welche halbe Basen in Alleingang einäschern. Dafür sind große Armeen schneller erschaffen, als bei den anderen beiden. Zusätzlich zu den altbekannten Landeinheiten dürfen Sie in Supreme Commander natürlich auch Luft- und Seestreitkräfte an die Front schicken. Nicht weniger abwechslungsreiche Vertreter schwirren durch die Luft, bewachen zugeteilte Hoheitsgebiete und bekämpfen ins Territorium eindringende gegnerische Seeeinheiten.
Wie in anderen Strategiespielen auch gibt es Baueinheiten. In SC jedoch in weit umfangreicherer Art und Weise. So beginnt man in der Kampagne meist nur mit dem so genannten Commander. Das ist ein großer Roboter, der in der Lage ist, nahezu alle Gebäude des ersten Tech-Levels zu erschaffen. So auch die drei für jede Partei zur Verfügung stehenden Fabriken für die Land-, Luft- und Seestreitkräfte. In den jeweiligen Fabriken hat man die Möglichkeit Techniker anzufordern, Kampfeinheiten zu bauen und das Gebäude zur nächst höheren Stufe aufzurüsten. Ist dies geschehen, kann man auch Techniker und Einheiten des nächsten Tech-Levels erschaffen. Dadurch können schwerere Panzer, Bomber oder Schlachtschiffe gebaut werden. Die Techniker der höheren Stufen sind in der Lage bessere Technologien zu konstruieren und robustere, weitreichendere Artilleriestellungen, Schutzschilde oder strategische Raketenstellungen zu errichten. Jede Fabrik ist dabei in der Lage auch nach dem aufrüsten noch die Einheiten niedrigerer Stufen zu bauen und wird damit sehr vielfältig. Die Produktionsketten können nahezu auf unendlich gesetzt werden. Man will 100 Panzer, 50 Flakgeschütze und 75 Raketenwerfer? Kein Problem, die Fabrik baut, solange Sie über ausreichend Masse und Energie verfügen.
Dies sind nämlich die beiden Ressourcen in Supreme Commander. Masse wird aus dem Erdkern gewonnen, welche an bestimmten Stellen auf dem Planeten gekennzeichnet sind. Für Energie müssen Kraftwerke errichtet werden. Was kompliziert klingt ist doch recht simpel. So werden auf dem Display das momentane Ist, sowie das Einkommen und der Verbrauch angezeigt. Wenn Du ein Gebäude errichtest, erhälst Du Informationen über die kosten, sowie den späteren Energieverbrauch zum Beispiel von einem Schutzschild. Damit man nicht permanent die Techniker oder den Commander neue Baubefehle zuteilen muss, hat man die Option, die Bauvorhaben per Shift-Taste in Reihe zu schalten. Das erlaubt einem, ganze Basen innerhalb von Sekunden in Auftrag zu geben und während man mit Aufklärern an der Front das Gebiet erkundet, erschaffen die beauftragten die komplette Infrastruktur.
Einer für alle - Alle für einen
Als sehr nützlich hat sich die Unterstützungsfunktion herausgestellt. So kann nahezu jede Einheit einer anderen Unterstützung bieten. Baufahrzeuge reparieren während einer Patroulie beschädigte Gebäude und Einheiten, Transporthubschrauber bringen frisch erstellte Einheiten an entfernte Orte und Flugzeuge bewachen eine in Konstruktion befindliche Artilleriestellung. Das ganze geht mit ein paar Maus-Klicks voll automatisch. So reparieren Sich Flugzeuge an den auf Ihrer Route befindlichen Landeplattformen selbstständig oder beschützen U-Boote die zum teil riesengroßen Flugzeugträger.
Glanz und Gloria
Was man bei einem solchen komplexen Spiel und diesen Einheitengrößen am wenigsten erwartet, ist eine optisch ansprechende Erscheinung. Doch weit gefehlt. Denn was Supreme Commander Augen uind Ohren zu bieten hat, ist atemberaubend. Eine Strategiekarte im eignetlichem fehlt dem Spiel, den per mausrad, kann man von nahmodus, über den Gefechtsmodus bis hin zur Strategiekarte stufenlos herein oder rauszoomen. Besitzer von zwei Monitoren, können das ganze zusätzlich auf zwei Monitoren erleben. Verwunderlich ist es da kaum noch, das die Panzer, Schiffe und Spezialeinheiten auch noch höchst detailiert daher kommen. Riesige Spinnen überrennen die Gegner, dicke Schlachtschiffe feuern über große Distanzen und zielsuchende Raketen verfolgen ihre Einheiten. Aus dem stauen wird man höchstens vom Schlachtgeräusch geholt, den was Supreme Commander in einer Schlacht aus den Boxen drückt, lässt einem daran zweifeln, nicht live dabei zu sein.
Mehrspielerabende bzw. Nächte
Ganu groß trumpht Supreme Commander im Mehrspielermodus auf. Solisten haben zudem die Wahl, gegen individuell einstellbare Gegner anzutreten. Auf den 25 bis hin zu den riesigen 6561 Quadratkilometern großen Karten haben bis zu 8 Mitspieler die Möglichkeit um die Vorherrschaft anzutreten. Dabei können auch Team gegeneinander antreten und die maximale Einheitenzahl festgelegt werden. Der äußerst stabile Netzwerkcode, toleriert selbst Verbindungsabrüche von mehreren Minuten zum Beispiel nach dem trennen des Netzwerkabels. Aber ein Wiederverbinden mit dem Host über die selbe IP-Adresse erlaubt das weiterspielen selbst nach mehreren Stunden.
FAZIT:
Supreme Commander ist das umfangreichste, komplexeste und optisch opulenteste Strategispiel auf dem Markt. Der unterhaltungswert im eigentlichen ist ungeschlagen. Lediglich die Story ist etwas lieblos erzählt, was den Spielspaß jedoch nur unwesentlich trübt. Für Echtzeitstrategen mit frischer Hardware ein absolutes Highlight.









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