Umzug an den Rand der Galaxie



Umzug an den Rand der Galaxie

neue Erde entdeckt






Eher nur ein Spaß, wie ihn sich die BILD bereits vor sechs Jahren erlaubte oder wissenschaftlicher Ernst? Zumindest scheint derzeit alles auch ganz so gemeint sein, wie es gedruckt und geschrieben steht. Nach dem Todeskometen „HaleBob“ (1997) und der Verbannung des gerade mal 76 Jahre alten Himmelskörpers Pluto – was für ein Alter für einen Planeten - aus der Planetenliga in die Reihen der Zwergenplaneten (2006) konnte die Astrologenwelt nun wieder einen bahnbrechenden Beitrag zur ihrer Daseinsberechtigung leisten.
Übrigens: Als weniger bahnbrechende Leistung dürften alle Astronomielehrer und Eltern den Umgang der Fachwelt mit dem ehemaligen neunten Planeten unseres Sonnensystems sehen. Wie sollen sich den nun die Heerscharen von wissensdurstigen Rütli-Schülern diese Dinger einprägen? Was wird aus „Mein Vater erklärt mir jeden Sonntag unsere neun Planeten" ? Einfach völlig ohne Rücksicht auf die deutschen PISA-Werte beschlossen. Diese Astrologen. Nee, nee.

Aber eigentlich ist doch gerade die „Weitsicht“ ein Spezialgebiet der Astronomie. Und deswegen haben die ja auch die „Gliese 581“ entdeckt. Die „Gliese“ gehört zur Gruppe der „Roten Zwerge“ und ist vom Sternzeichen her Waage. Einen astronomischen Finger breit daneben soll nun diese zweite „Supererde“ liegen. Und wer hat’s erfunden? Genau. Die Schweizer. Vielmehr entdeckt haben diese „Möchtegernerde“ die beiden Forscher Stèphane Udry und Michel Mayor. Und da selbst auch eine ferne Verwandtschaft zum südkoreanischen Klon-Pionier Hwang Woo Suk* nicht nachgewiesen werden konnte, gibt es erst einmal einen Sack voll Lorbeeren für die beiden. Natürlich sind nun alle Hobbyastrologen elektrisiert und können kein Auge mehr zutun. Auch sämtliche Trekkies, Jedijünger und Sektenmitglieder fühlen sich bestätigt:

- "Ich hab’s doch schon immer gewusst!"
- "Was hast du schon immer gewusst?"
- "LEBEN, Alter, außerirdisches LEBEN!"
- "Das findest du bei mir auch im Kühlschrank..."


Aber so weit scheint dieser Gedanke gar nicht hergeholt zu sein. Copy - Paste? Nicht gänzlich. Dennoch kann es der Mitteleuropäer sehr wohl auf diesem scheinbar bewohnbaren Planeten aushalten. Angenehme 0 bis 40 Grad Celsius prognostizieren die Genfer dem Himmelskörper. Das würde ein sehr angenehmes Jahresmittel von 20 Grad Celsius ergeben – grob gerechnet. Da lässt es sich doch aushalten. Zusätzlich ist auch mehr Platz für die immer fetter werdende Urerdbevölkerung. Ungefähr anderthalbmal so groß wie unser blauer Planet soll der noch Namenlose sein. Bei den erwähnten Temperaturen scheinen auch Felsformationen und Ozeane, sprich Wasser denkbar.
Einzig das Jahr dauert aufgrund der Nähe zur Sonne „Gliese 581“ nur 13 Tage. Während wir in unserem Sonnensystem bei einer solchen Umlaufzeit und der daraus resultierenden Nähe zur Sonne schneller ionisiert wären, als dass wir hätten „Ion“ sagen können, ist diese Nähe zu „Gliese 581“ aufgrund ihrer relativen „Winzigkeit“ eher unbedenklich.




Hallo Amerika, wie sieht es den jetzt aus mit einer „Enterprise“?  Wollt ihr da nicht mal langsam anfangen mit Bauen?
Nun ja, die Distanz Erde – „Supererde“ von bescheidenen 20 Lichtjahren und der fehlende Antrieb zur Bewältigung einer solchen Entfernung bereiten ja immer noch Kopfzerbrechen. Außerdem wird zurzeit mit der ISS noch an unserer Haustür gebaut. Was will man denn da schon beim Nachbarn? Und als nächstes steht der Mars auf den Programm. Kein Wunder also, dass sich die NASA für diese vermeindliche Jahrhundertmeldung erst einmal nicht wirklich interessiert, verliert doch deren Website kein Wort darüber.

Vielleicht wollen wir auch gar nicht so weit ins All vordringen. Wer weiß, welche Anhalter wir bei der Reise durch die Galaxie aufgabeln. Und dass wir vielleicht irgendwann gefunden werden macht auch nicht unbedingt Mut. Man denke nur an den Film „Independance Day“. „Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah.“ So ähnlich hat es der kluge Goethe mal in einem seiner Gedichte formuliert. Und ich finde, dass macht Sinn.

* Hwang Woo Suk täuschte 2005 die Fachwelt indem er behauptete, Embryonen erfolgreich geklont zu haben. Natürlich wurde die Nachricht erst einmal ohne Argwohn von sämtlichen Medien hoch umjubelt, bevor sich erste Kritik an seiner Studie breit machte und Hwang letztenendes von allen Ämtern zurücktrat.



Kommentare

  • Geilo
    Kommt auf LAN sicher geil, wenn man das Teil moddet und damit das komplette Netzwerk abschaltet.

    27. Jul 2006 - 15:23 Uhr
  • Ich find den
    Namen scheisse.

    1. May 2007 - 01:36 Uhr
  • Wie wärs mir
    Planetlan?

    2. May 2007 - 18:08 Uhr
  • ....
    meiner meinung

    25. Jan 2008 - 13:12 Uhr

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