Dolby™ Die Surroundreferenz
Zurzeit dominiert Dolby im Mehrkanalton-Bereich, welche den Quasi-Standard innerhalb der Soundtechnologie bilden. Im Jahr 1977 feierte Dolby mit dem Dolby-Stereo Format, eingesetzt beim Kinohit „Star Wars“, Premiere. Sie setzten damit neue Maßstäbe in der Theater-Beschallung und machten das Dolby-Format bei einem breiten Kinopublikum bekannt. 22 Jahre danach, 1999 setzte Dolby wiederum neue Maßstäbe in Zusammenarbeit mit George Lucas. Das
Dolby Digital Surround EX Format wurde geboren. Man erweitertete das bestehende digitale 5.1 Verfahren mit einem zusätzlichen Surround-Kanal, dem Back-Center. So bekam das Kinopublikum beim Film „Star Wars –The Phantom Menace“ auch einen bis dato nicht gekannten Höreindruck aus dem hinteren Surround-Field. Dieses Verfahren erwirkte weichere Übergänge zwischen den verschiedenen Surround-Feldern und eine präzisere Ortung der einzelnen akustischen Effekte.

Mittlerweile hat sich Dolby auch in anderen Medien durchgesetzt. Fernsehsender wie hier in Deutschland ProSieben, Sat.1 und ZDF senden mittlerweile ihr Programm in
Dolby Digital 5.1 oder 2.0 ebenso Radiosender wir BR und WDR. Selbst in der Unterhaltungselektronik hat Dolby Einzug gehalten, so nutzt die XBOX Spiel-Konsole von Microsoft ® genau wie moderne Hauptplatinen mit Chipsätzen der Firma nVidia ® einen aktiven DolbyDigital Encoder. Mit dem neuen DolbyProLogic II Encoder lässt sich sowohl im Bereich Broadcast als auch bei Videospielen, DVDs, CDs und High-Definition TV die gesamte Bandbreite von Surround-Effekten nutzen. Über dieses Verfahren lassen sich Dolby-Surround codierte Filme und alle Stereoquellen in 5.1 wiedergeben.
DTS 5.1 – DTS ES Matrix – DTS ES Discrete DTS-6AD Cinema Processor
DTS-Player und Prozessor für digitale und analoge SoundtracksDas DTS-Tonformat wurde von den Unternehmen Universal und Panasonic entwickelt. 1993 hatte es sein Kinodebüt beim Blockbuster „Jurassic Park“ von Steven Spielberg. Ebenso wie bei dem von Dolby entwickelten 5.1 Format, sind die Kanäle von DTS (Digital Theater Systems) wie folgt angeordnet: vorn links, Center, vorn rechts, hinten links, hinten rechts plus dem Subwoofer Kanal. Im Gegensatz zum DolbyDigital-Signal nutzt DTS eine geringere Matrix-Kodierung, was mehr Datenaufkommen zur Folge hat aber eine höhere Dynamik und mehr Klangqualität verspricht. Der DTS-Processor ist ausgestattet mit 2 CD-ROM-Laufwerken und kann bis zu 4 Stunden digitalen Ton speichern.
DTS XD10 Cinema Media Player
10-Kanal DTS-Player mit erweiterten Video-OptionenAuf dem Filmstreifen neben der optischen Tonspur und dem Bild auch ein Zeitcode. Dieser ordnet jedem Bild eine Nummer zu und ermöglicht damit dem Prozessor die Synchronität zwischen Bild und Ton. Über eine Leuchtdiode und eine Fotozelle wird der Code ausgelesen und an den DTS-Decoder weitergeleitet. Dieser holt sich die Toninformationen von der CD-ROM. Mittlerweile sind auch 3 neue Technologien des DTS-Verfahrens entwickelt worden. Es ist ein Back-Center-Kanal hinzugekommen welcher bei DTS ES (Extended Surround) Matrix via Matrix-Kodierung erstellt wird und bei DTS ES Discrete schon im Tonstudio als eigener Kanal abgemischt wird. Für Stereo-Quellen ist das Format DTS: Neo6 hinzugekommen. Dies ermöglicht die Aufbereitung von 2-Kanal Quellen (z.B. CDs, TV etc.) auf ein 6.1 System, welches auch den Vorteil gegenüber Dolby´s ProLogic 2 darstellt.
DTS-CSS Cinema Subtitling System

Zu den DTS-Vorteilen zählt seine Mehrsprachigkeit, andere Sprache = andere CD-ROM. Wobei das auch gleichzeitig seinen größten Nachteil darstellt. Denn diese CD-ROMs lassen sich ohne großen Aufwand kopieren und erleichtern so die Filmpiraterie. So lieferte Columbia TriStar zum Start von BadBoys 2 keine CDs mehr aus.
SSDS (Sony Dynamic Digital Sound)SSDS mit seinen 8 Kanälen entstand aus einem alten Verfahren aus der Zeit des Breitwandfilms. Der Entwickler dieses Verfahrens war Michael Kohut, welcher heute seinen Platz als Vizepräsident bei Sony Pictures Entertainment hat. Er begann seine Karriere 1965 bei MGM, seine Idee der 8 Kanäle entstammt aus der Zeit seines Berufsstarts, als noch 70mm-Filme die Lichtspielhäuser füllten.
DFP-2500 SDDS Sound System
19" Rack, erweitert bestehende Systeme auf 6 oder 8 KanäleGenau wie heute besaßen die Frontkanäle neben der Einteilung rechts, links, Center noch die Abstufungen halb links und halb rechts. Wobei die Surround-Informationen sich beim digitalen SSDS Verfahren auf zwei stereophone Kanäle verteilen und ein eigener Subwoofer-Kanal die Frequenzen unter 65Hz übernimmt.
DFP-D3000 CINEMA PROCESSOR

8-Kanal SDDS-Player liest digitale und analoge Tonspuren Das Tonformat hatte seine marktreife 1994 erlangt und zählt auch heute noch zu den leistungsfähigsten Tonformaten, dank seiner 8 Kanäle und seiner geringen Datenreduktion. Die Tondaten sind wie beim DolbyDigital-Verfahren direkt auf dem Filmstreifen gespeichert (bei DTS auf separaten CD-ROMs), allerdings sind sie entlang dem linken und rechten Filmstreifenrand angeordnet und können somit mehr Daten speichern.
DFP-R3000 SDDS READER
SDDS-LED-Lesegerät für Tonspuren auf Filmrollen So lässt sich auch die geringe Datenreduktion im Verhältnis zu DTS und DolbyDigital erklären, die durch Sony´s ATRAC (Adaptive Transform Acoustic Cording) realisiert wird. Dieses Codierungsverfahren wird nebenbei auch von MiniDisc verwendet. Wie alle Tonsysteme ist SSDS für Notfälle bei Lesefehlern gewappnet. Der Decoder hat die Möglichkeit, auf die vier digitalen Backup Kanäle (links, center, rechts, surround) zu springen oder, falls notwendig, zum Analog-Ton zurückzugreifen.
THX (Tomlinson Holman eXperiment)
Tonstandard in der Filmindustrie„Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ gab George Lucas einen Grund, seinem technischen Direktor Tomlinson Holman einen Spezialauftrag zu geben: Holman sollte mit seinem Team verschiedene Kinosäle vermessen, um ein Verfahren zu entwickeln, welches die mangelhafte akustische Situation in Kinos zu verbessern half. Aus den gemessenen Parametern seiner Studie errechnete Holman einen Mittelwert, der sich aus den folgenden Kriterien zusammensetzte: Größenverhältnisse des Raumes, sein Pegel an Hintergrundgeräuschen (Klimaanlage, Projektor), die Beschaffenheit der Raumwände (Isolierung gegen die Geräusche aus den Nachbarsälen) und seine spezifischen Nachhalleigenschaften/ Reflexionen. Ebenso sollte auch die Wiedergabetechnik überprüft werden. Schon damals, 1977 zu „StarWars“, verhalf George Lucas zusammen mit Ray Dolby den „kleinen Kinos“, welche nicht mit magnetischen Mehrkanalton ausgestattet waren mit Dolby Stereo zu Raumklang. Dennoch wiesen außerordentlich viele Kinos 1982 trotz einer teilweisen Aufrüstung auf Dolby Stereo einen schlechten Raumklang auf.
THX zertifiziert nach Antragstellung Kinos sowie verschiedene Produkte aus dem (Home)-Audiobereich Lucas verärgerte es, bei der Postproduktion von Filmen ideale Aufnahmebedingungen bereit zu stellen, um dann bei der Wiedergabe im Kino nichts mehr von der Komplexität seiner Soundtracks zu hören. 1983 kam die akustische Revolution der Kinos, die THX-Lizenz sollte von jetzt an für den „guten Ton“ bürgen. Zeitgleich kam „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ in die Kinos. Das THX-Kürzel ehrt den Entwickler und steht für „Tomlinson Holman eXperiment“. Wobei das „X“ auch für Crossover gehandelt wird, eine im THX-System integrierte Frequenzweiche, die Toninformationen nach Frequenzbereichen in Hoch-, Tief- und Bandpässe aufteilt. Die THX-Lizenz garantiert, dass Kinosäle die damals von Lucasfilm Ltd. (heute THX Ltd.) festgelegten Grenzwerte für Geräuschquellen nicht überschreiten und auch die Nachhallzeiten den vorgegebenen Richtlinien entspricht, welche nach der Größe des Kinosaals berechnet wird.
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