War Front - Turning Point
Wieder nur ein Strategiespiel mit dem Szenario des zweiten Weltkrieges?
War Front – Turning Point
Preview der Vollversion
Der zweite Weltkrieg liegt nun mehr als 62 Jahre zurück. Die Wogen der zum Teil doch sehr beschämenden Vorfälle haben sich nahezu geglättet und so wagt sich Publisher 10tacle Studios gemeinsam mit den Entwicklern Digital Reality auf ein bisher von den Publishern weitestgehend gemiedenes, heikles Terrain vor.
Die Schlacht geht weiter
Da Kriegsspiele mit realem Hintergrund für Spieler interessant, jedoch die politische Korrektheit und die damit verbundenen Probleme nicht leicht zu handhaben sind, wird der geschichtliche Verlauf zu Beginn der Kampagne im Intro gleich so dargestellt, als ob das ganze halt doch bloß Fiktion ist.
Westwood bereits wagte einst die geschichtliche Umgestaltung mit futuristischem Militärgerät in einem weitergesponnenen Zweit-Weltkriegs-Szenario. Genau dort setzt auch War Front – Turning Point an. Die Mächte welche auf allerlei tatsächlich mal existierende Militärgerätschaft zurückgreifen, teilen sich zwei Kampagnen, worin erst im späteren Spielverlauf absurdere Techniken wir Exoskelett-Kampfläufer oder Ultraschallpanzer eingeführt werden. Dabei hat man die Wahl zwischen dem deutschen sowie dem alliierten Feldzug. Die dritte existierende Militärmacht, die Sowjets, tauchen zwar im Spiel auch auf, sind aber lediglich im Gefecht bzw. im Mehrspielermodus spielbar.
Gut kopiert ist halb gewonnen
Alteingesessene Feldherren von Strategiespielen wie Generäle, Warcraft 3 oder auch Panzers, kommen auch ohne die gut verständliche Einleitung sofort zurecht. Das liegt zum einen an dem nahezu identischen Interface von Generäle, zum anderen an den klar erkennbaren Einheiten und den gut zu deutenden Symbolen. Auch die frei platzierbaren Gebäude sind denen von Alarmstufe Rot 2 ein fast perfektes Ebenbild.
Die typische Bedienung ist mit der fürs Genre typischen mehr als verwandt. Der Einstieg ist somit für Neulinge und „alte Füchse“ ein Kinderspiel.
Studentenfutter
Die Missionen sind allesamt detailverliebt angelegt und bieten im Großen und Ganzen reichlich Abwechslung. Häufig kommen im Spielverlauf neue Ziele dazu. Dabei gilt es die Primären zu erfüllen um das Levelende zu erreichen. Die Sekundären sind freiwillige Ziele, welche jedoch das Spielgeschehen der Kampagne beeinflussen und diese nicht selten erleichtern. Das erreichen der Bonusziele ist mit unter von Vorteil, da dadurch Einheiten früher freigeschalten werden oder man weiter Storyelemente erfährt.
Was noch in den ersten Missionen Abwechslung mit sich bringt, wird jedoch in den späteren Aufträgen schnell zum Schema. Die große Vielfalt fehlt im späteren Verlauf der einzelnen Aufträge. So ist man häufig damit beschäftigt ein wenig Abwehr zu errichten und ein paar Produktionsstätten zu platzieren um anschließend eine vom Einheitenlimit beschränkte Kampftruppe für den Endsieg zusammenzustellen. Ressourcenprobleme gibt es nahezu keine, da man selbst mit einer Raffinerie schon genug Geld für die Wirtschaftlichkeit einer großen Basis erhält. Das Prinzip der Einheiten beruht auch in War Front auf dem „Papier, Schere, Stein-Prinzip“. So ist es mit Jagdflugzeugen ein Kinderspiel das Fussvolk zu stoppen, wohingegen es eine verlustreiche Schlacht gegen Flak-Panzer werden dürfte. Jede Einheit hat ihre Stärken und Schwächen und mindest ein besonders gefährlichen Gegner.
Jede Partei hat von Digital Reality 3 Helden spendiert bekommen. Wie in C&C Generäle verfügen diese über spezielle, durch Erfahrungspunkte ausbaubare Fähigkeiten. Jedoch im Gegensatz zum Konkurrenzprodukt sind die Helden reale Kämpfer, welche mit ihren Mannen übers Schlachtfeld hasten oder sogar in gepanzerten Fahrzeugen platz nehmen dürfen. Helden stärken dabei zum Beispiel die Moral der Truppe, erhöhen die Ladezeiten von Geschützen oder Heilen Soldaten schneller.
Weltkrieg
Im Mehrspielerteil von War Front treten bis zu 8 Spieler auf den insgesamt 26 Karten an. Durch diverse Optionen lassen sich das Einheitenlimit und diverse andere Einstellungen beliebig anpassen und gegebenenfalls darf man den Computer zum auffüllen von leeren Spielerplätzen bitten. Die Tag-Nach-Wechsel bringen darüber hinaus viel Atmosphäre auf die im Vergleich zu Konkurrenz doch etwas polygonarme Grafik. Die Texturen sind jedoch sehr schön und das ganze läuft auch auf kleinen Systemen nahezu ruckelfrei. Als besonderer Gimmick lässt War Front den Spieler in den Abwehranlagen und Geschütztürmen selbst platz nehmen. Das ist eigentlich wenig sinnvoll, da der Computer immer trifft, aber ein lustiger Zeitvertreib, den PC bei einem Angriff selbst mal den Marsch zu blasen. Auch die Soundkulisse kann sich sehen lassen, denn die Explosionen und Umgebungsgeräusche sind kraftvoll und zum Spiel passend eingebunden.
Fazit
War Front – Turning Point ist ein Strategiespiel wie man es erwartet. Abwechslungsreich, verfügt über eine gute Story und ist optisch zu mindest nicht altbacken. Der gute Mehrspielerpart wird für so manche heiße Gefecht übers Internet oder LAN-Party sorgen. Die geringe Spieltiefe wird nur durch das zu schnelle Einheiten bauen und zu wenig wirtschaftliche Balancing getrübt, weshalb auch die Einzelspielermissionen zu schematisch verlaufen. Wer einen flotten Strategiespieltitel sucht, ohne dafür erst Seitenweise Handbücher zu lesen und von der Tatsache nicht enttäuscht ist, dass man ein unterhaltsames Spiel binnen 48 Stunden komplett durchgespielt hat, darf problemlos zugreifen.
(rn)



Glubschi
Vom Paten abgeguckt?
Lief der Verkauf von "Der Pate" so gut dass man jetzt noch ne Lizenz umsetzt?
vebis
für Fans....
Also für echte Fans des Films ist das natürlich ein Schmankerl, wenn die Umsetzung des Textes so gut ist wie ich es mir grad in meiner Fantasie vorstelle
Glubschi
@vebis
Wollen wirs hoffen. Der Pate hat mir ehrlich gesagt nich so gefallen. Da war das alte Mafia um Klassen besser.
Torsten
Schönes Review
und macht Lust auf mehr!
Flo88
mhm
sieht gar nicht mal so schlecht aus
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