Wenn Killer spielen



Wenn Killer spielen

Wenn Killerspiele Spieler killen






Es war einmal wieder soweit in Deutschland. Ein fast neues Wintermärchen überschattete die so schönen Bundestagsdebatten über zukünftigen Wohlstand, Luxus und der allgemein sinkenden Arbeitslosenzahlen. Einer unsere deutschen Schüler schlug wieder zu, doch zum Glück kam es diesmal nicht erneut zu einem Massaker wie im Frühjahr 2002. Schnell wurden die Ursachen dafür gefunden. Sebastian B war ein leidenschaftlicher Computerspieler und ein Aussenseiter an seiner Schule. Da führt doch eins zum anderem! Logisch!

Wir werden an dieser Stelle kein weiteres Statement zu diesem Thema abgeben und eigentlich wollen wir uns auch nicht mit den präsentierten Ursachen beschäftigen. Auch die beiden derzeit bekanntesten Fälle wollen wir nicht näher beleuchten. Und vor allem wollen wir die Täter nicht weiter ins Rampenlicht stellen. Täterprofile gibt es wie Sand am Meer und dass die Opfer dabei immer schnell vergessen werden und niemand darüber spricht wie Angehörige damit zurecht kommen müssen ist auch ein Produkt unserer „gut funktionierenden“ Medienlandschaft.

Lernsoftware für Amokläufer

Doch jetzt zum eigentlichen Thema. Was könnten die eigentlichen Ursachen der beiden Suizider gewesen sein? Nun da hätten wir erst einmal die allgegenwärtigen „Killerspiele“. Hochgefährlich und unkontrollierbar, wenn man einmal von der FSK, USK und vom Elternhaus absieht. „Killerspiele“? Nun, da müssen wir erklärend eingreifen und geben einfach mal ein paar Beispiele klassischer Killerspiele:

Die Sims – in pädagogisch wertvollen kleinen Episoden wird einem als angehendes Elternteil beigebracht, seine nutzlosen Blagen mit 1-2 Klicks schon im frühen Entwicklungsstadium verwahrlosen zu lassen. Hat man dann vollends die Schnauze voll, werden die Quälgeister einfach eingemauert. Nun hat man endlich wieder mehr Zeit für Freunde, Hobbys, Black Jack & Nutten.

Minesweeper – der virtuelle Lehrgang für ambitionierte Entwicklungshelfer die kurz vor dem Auslandseinsatz stehen, suggeriert Sicherheit durch nette Zahlenspiele. Doch nur jeder fünfzigste Absolvent der Minesweeper-Akademie kommt in einem Stück wieder zurück aus seinem Auslandseinsatz. Zufall oder Methodik? Gerüchten zufolge wurde der Programmier des Spiels Minesweeper vom CIA* trainiert.


Diskriminierung: Warum gab es nie eine PacFrau?**

World of Warcraft ist der Klassenprimus unter den Gewohnheitstötungsspielen. Von keinem Spiel wurden mehr Spieler getötet, als von diesem MMORPG (MassMurderOnlineRolePlayingGame). Es hinterlässt einen Berg ausgetrockneter, verwahrloster Leichen. Verhungert, vertrocknet, vergessen. So wird der Suchti meist erst viele Monate nach seinem Ableben vor dem PC aufgefunden. Das Ausscheiden erfolgt meist mit der passiven Niederlage im Spiel „Leben“ - durch den Zauberspruch "Annahme von Nahrung und sozialen Kontakten verweigern". Glücklich nur der Umstand, dass diese Leute den Schulhof meist nur von Webcams her kennen und in fast allen Fällen zuhause verkadavern. Gut, damit scheidet dieses Spiel als Killerspiel schon fast wieder aus. Schade eigentlich, uns hats gefallen.

Schach, das von der Gesellschaft anerkannteste Kriegsspiel hat jedoch den allerschlechtesten Einfluss auf sich noch in Entwicklung befindliche Jugendliche. Hier wird schon früh das Konzept der Rassentrennung klar gemacht – schwarz gegen weiß. Auch gesellschaftliche Schichten werden auf beeindruckende Weise in ihrer brutalen Vielfältigkeit oftmals falsch dargestellt. Bauern werden zu allererst geopfert und der König fällt als letztes. Während in der Wirklichkeit der König nach seiner Niederlage viel eher zum Überläufer wird und sich mit der gegnerischen Dämlichkeit arrangieren würde.

Die ultimative Endlösung - oder - was noch zu beachten wäre

Desweiteren wäre da noch der Waffenbesitz und im Fall S.B. die Bastelanleitungen für Sprengsätze. Auch etwas, was man zurzeit in Deutschland noch lange nicht an jeder Ecke erhält. So wird es natürlich äusserst schwierig, sich selbst und seine Familie effektiv zu schützen. Wäre es nicht viel sicherer, jedem Deutschen das Recht einzuräumen, eine geladene Waffe zu besitzen und zu tragen? Damit würden Auftritte von potenziellen Attentätern zu äusserst kurzen Gastspielen werden. Denn wie sagte schon Charlton H.? Ein unbewaffneter Schütze ist ein schlechter Schützer.


Schulen rüsten auf - Eine Initiative der NRA Germany

Bist du qualifiziert?

Natürlich dürfen wir nicht vergessen, dass beide Täter männlich waren. OK, davon gibt’s nun wirklich genug - zumeist saufend und grölend in allen Ecken Deutschlands zu finden. Und nicht zu vergessen: beide waren Schüler an einer deutschen Schule. Also dafür können wir nun wirklich nichts.


Countercatz

Wir glauben sogar, dass es dafür ein Gesetz gibt und soweit wir uns erinnern, mussten selbst wir diesen schrecklichen Ort besuchen. Ein gutes familiäres Umfeld besaßen ebenfalls beide. Damit fällt auch der Punkt der Verwahrlosung heraus. Vielleicht fühlten sie sich ja auch in ihrer (R)eXistenz bedroht?

Opium fürs Volk

Beide hörten Musik. Aha! Jetzt kommen wir der Sache schon näher. Grenzbrontale Kloppimukke ausm Handy als neustes Jumbo-Abo oder die stetig-nervende Werbe-Unterbrechung von interessanten Klingeltonpräsentationen durch strunzdumme vorpubertäre Musikvideos bringen jeden Jugendlichen zur exekutiven heftigen Darstellung seiner Emotionen. Doch schlimmer geht es immer.


Neue Werbe-Ikone von Jumbo - Fred der depressive Amokhund

Beide hatten auch Zugang zum Fernsehen. An dieser Stelle sind wir wirklich sprachlos. Wie konnte so was passieren? Wieso lässt ein so genannter Rechtsstaat ein derartig aggressionspotenzierendes Medium zu? Wir wissen, dass man das Fernsehen so kurzfristig nicht verbieten kann. Alternativ fordern wir jedoch – wie auch von einem bekannten, und wegen seinem hohen Intellekt, renommierten Politiker – nur noch gewaltfreie Heimatfilme auszustrahlen. Ist dass das Aus für Nachmittags-Bildungsfernsehen wie „Barbaras Mutter sein Jugendgericht“ und „Vera isst Mittag“? Muss man außerdem auf die wöchentliche Dosis „Waldorfschule für Anfängereltern“ und die neuesten Fälle von „Nazi CIS“ verzichten müssen? Ein Teufelskreis!

Alternative (!) Staatsbürgerschaft

Das letzte, was ebenfalls auf Beide zutrifft ist, dass beide Deutsche und beide weißer Hautfarbe waren. Da man die Hautfarbe nur mit sehr viel Aufwand ändern lassen kann, kommt eigentlich als Notlösung nur eine Verpflichtung zur Anerkennung der doppelten Staatsbürgerschaft in Frage.

Die fünf Gebote

Zusammenfassend können wir an dieser Stelle nur folgende Schlussfolgerungen ziehen. So richtig wissen wir auch nicht woran es gelegen hat, dass dies passierte. Aber vielleicht können ja folgende zukünftige Regelungen weitere Fälle verhindern.

  1. Killercomputerspieler sollten keinen Zugang zu Waffen haben, solange nicht jeder – wirklich jeder – in Deutschland selbst zu seiner eigenen Verteidigung bewaffnet ist.
  2. Männliche Deutsche müssen sich für Musik ODER Computerspiele ODER Fernsehen entscheiden. Denn dann lässt sich viel einfacher herausfinden, welches Medium für den Amoklauf verantwortlich war.
  3. Stammt man aus einem gesunden familiären Umfeld, sollte man sich regelmäßig in psychologische Behandlung begeben. Das gilt natürlich auch nur für weiße männliche Jugendliche.
  4. Wer Mitglied in einem Schützenverein ist oder anderen Zugang zu Waffen hat, darf sich nicht mehr an deutschen Schulen aufhalten. Das selbe trifft für männliche Personen zu welche „Killerspiele“ gerne spielen.
  5. Im Umkehrschluss soll in einem Gesetz fest verankert werden, dass sich Kinder und Jugendlichen zwischen Schule und Computerspielen entscheiden müssen. Beides zusammen ist zu gefährlich. Gilt zur Zeit auch nur für männliche Personen. Änderungen vorbehalten.

Das Kleingedruckte

Wenn diese Vorschläge nicht helfen sollten, dann möchten wir uns an dieser Stelle schon einmal dafür entschuldigen, dass wir uns geirrt haben. Sorry. Änderungen vorbehalten. Alle Angaben wie immer ohne Gewehr! Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen. Ahja, um Haltungsschäden vorzubeugen:  Wenn du das lesen kannst, sitzt du zu nah am Bildschirm.


*Computerprogammers of the India Academy
**laut otacon gab es sehr wohl eine PacFrau - vielen Dank für diesen sachdienlichen Hinweis



Kommentare

  • wow
    Hammer geiler Text und voll genial ausgearbeitet
    Cool wäre das wenn die Sender wie Frontal 21 auch mal so denken würden

    Dicken respect an die poster

    28. Nov 2006 - 23:48 Uhr
  • treffend
    besser kann mans nicht formulieren!

    29. Nov 2006 - 17:45 Uhr
  • kompliment
    sehr schön geschrieben *daumenhoch*

    #abd

    P.S.: >meine Meinung

    6. Dec 2006 - 18:47 Uhr
  • nicht als die Wahrheit
    das kann man nicht besser Schreiben.

    7. Dec 2006 - 12:57 Uhr
  • lool
    ihr bringt die wahrheit ans tageslicht ^^

    28. Feb 2007 - 18:17 Uhr

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