Wo sind die normalen Menschen?
Geschichten über den normalen Alltagswahnsinn eines Einzelhändlers
Als Patrick Becher Anfang der 90ziger sein eigenes Unternehmen „Com Illusion“ gründete, war er sich nicht bewusst darüber, dass er irgendwann einmal ein Buchautor werden würde. Doch die Geschichten, welche er und seine Mitstreiter in den letzten Jahren erlebten, mussten irgendwann einmal den Weg auf das Papier finden. Denn wer würde sich nicht darüber ärgern, wenn er nichts von der Frau wüsste, welche eines Tages in dem Laden von „Com Illusion“ stand und die Belegschaft fragte, ob sie sich nicht einmal ihr Diskettenlaufwerk ansehen könnten. Auf die Nachfrage was mit diesem wäre, teilte sie den anwesenden Verkäufern mit, dass es seit neustem „komische Geräusche“ macht. Warum dies so sei, wusste sie auch nicht. Als ein Mitarbeiter sich das Diskettenlaufwerk genauer ansah, stellte er fest, dass in diesem zwei Disketten drin steckten. Mit fragenden Blicken sah er damals die Frau an, welche daraufhin nur sagte, dass sie sich an die Anweisungen gehalten hat. Irgendwann kam halt die Aufforderung die zweite Diskette ins Laufwerk zu schieben. Von der Entnahme der ersten Diskette stand da nichts geschrieben.
Solche Geschichten füllen das Buch. Seit der Veröffentlichung der ersten Tatsachenberichte, gibt es auch schon die ersten Fans. Zwei junge Mädchen kamen irgendwann in das Geschäft und fragten dort nach, ob diese Geschichten wirklich so statt gefunden haben. Jeden Morgen auf der Fahrt in die Schule, sitzen sie in der U-Bahn und lachen dort lauthals über das Erzählte, wie über den einen Typen, welcher ganz dringend ein U-Boot Spiel suchte, bei dem er zum Beginn ein „Stethoskop“ ausfahren kann. Natürlich konnte man ihm nicht weiterhelfen, da es bisher so ein Spiel nicht gibt.
Eine Geschichte jagt die Nächste. Dabei versucht der Autor sogar etwas Ordnung in das Kundenwirrwarr zu bringen. Fleißig kategorisierte er die Kunden unter anderem nach „Experten - welche sich dafür halten“, „normale Menschen“ und „Menschen mit normaler Kundenlogik“ worin auch folgender Fall zählt, welcher am 7. eines Monats einen Verkäufer, während eines Bargeldeinkaufs, mit folgenden Satz endgültig zum Schweigen brachte. Zitat: „Ihr seid immer die beste Möglichkeit, die bargeldlose Zeit gegen Ende des Monats zu überbrücken.“ Spätestens nach solchen Sätzen, hat man dann auch Mitleid mit dem Autor und kann sich gut vorstellen, dass dieser am Liebsten „Eure Armut kotzt mich an.“ den Kunden als Antwort entgegenschleudern würde. Doch das Buch bietet auch glorreiche Zeiten und zum Glück gibt es auch noch Kunden welche auf Qualität achten, wie der Kunde welcher alle Diskettenlaufwerke im Geschäft ausprobierte, weil für ihn der Klang der Auswurftaste kaufentscheidend war.
Der blanke Wahnsinns, weswegen der Titel des Buchs „Wo sind die normalen Menschen?“ treffender nicht sein könnte. Für Nachschub soll im Übrigen gesorgt sein. Die Geschichten in dem Buch stammen zwar aus den letzten 15 Jahren, doch sollen sich noch jede Menge guter Storys im Portfolio des Geschäfts befinden. Und dass diese erst aussterben wenn es keine Kunden und keine Praktikanten mehr gibt zeigt auch folgende Episode bei dem einem neuen Praktikant folgende einfache Frage gestellt wurde.
Autor: „Wie viel ist denn nun 4 x 22?“
Praktikant: „90?“
Autor: „Und 2 x 45?“
Praktikant: „Ups…auch 90?“
Titel: Wo sind die normalen Menschen?
Autor: Patrick Becher
Verlag: CSW – Edition Digitalkultur









christian1992
he
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