30 Jahre Weltraumreise
lanparty
Vor genau 30 Jahren, nämlich am 5. September 1977 startete die Raumsonde Voyager 1 ihre Reise von Cape Canaveral aus in die Weiten des Universums. Seitdem durchkreuzt die Sonde unser Sonnensystem, dessen Rand alsbald erreicht sein dürfte. Bis zirka 2020 soll der Kontakt des unbemannten Flugobjekts mit der Menschheit noch bestehen bleiben.
Seit dem 5. September 1977 steuert das von Menschen gebaute am weitesten von der Erde entfernteste Flugobjekt Voyager 1 durchs All. Die Raumsonde bewegt sich dabei mit einer Geschwindigkeit von zirka 17 km/s fort, was einer Tagestour von rund 1,6 Millionen Kilometern entspricht.
Derzeit befindet sich die Sonde in einer Entfernung von rund 103,2 AE (rd. 15,5 Mrd. km oder 13,2 Lichtstunden) zur Erde und dürfte sich nach Auskunft der NASA in der Grenzregion unseres Sonnensystems befinden. Entsprechend der genannten Entfernung benötigt ein Signal der Voyager 1 mehr als 13 Stunden bis zur Erde.
Innerhalb der nächsten 10 Jahre dürfte Voyager 1 den interstellaren, das heißt den "sternenfreien" Raum innerhalb der Milchstraße erreicht haben.
Die Voyager 1 gehört zusammen mit ihrer Schwester, der Voyager 2 (Start: 20.8. 1977) sowie der Pioneer 10- Sonde (Start: März 1972) zu den am weitesten gereisten Raumsonden, mit denen die NASA noch Kontakt hält.
Doch während die Voyager- Apparate wohl noch bis 2020 senden werden, konnte die Pioneer im Januar 2003 lediglich ein schwaches, ihr wahrscheinlich letztes Signal übertragen. Ein weiterer Versuch im darauffolgenden März beziehungsweise Anfang 2006 blieben erfolglos. Ursache für den Kontaktverlust ist vor allem die immer größer werdende Entfernung und die dagegen immer schwächer werdende Stromversorgung durch den Radioisotopengenerator.
Ein interessantes Detail tragen alle drei Sonden bei sich.
Da man sich bewusst war, dass diese unser Sonnensystem verlassen werden, gab man ihnen noch einige Informationen über uns und unser Sonnensystem mit auf den Weg.
So wurde auf der Pioneer- Sonde eine 1 mm starke, aus goldeloxiertem Aluminium bestehende, 15 x 23 cm große Plakette angebracht. Wer nun denkt, dass dabei die Fantasie der außerirdischen Entdecker arg strapaziert wird, der kann hier die Logik und so die auf dem Schild verborgenen Informationen nachlesen. Pioneer 10 steuert zum 68 Mio. Lichtjahre entfernten Stern Aldebaran, den sie, so fern nichts schief geht, in 2 Millionen Lichtjahren passiert.

Voyager 1 und 2 hingegen führen eine "goldene Schallplatte", die sogenannte "Sounds of Earth" mit sich. Diese 30 cm große, vergoldete Kupferscheibe enthält analog gespeicherte Bilder und verschiedene Audiodaten, darunter ein deutsches "Herzliche Grüße an alle".
Auf der Hülle dieser 500 Millionen Jahre tauglichen Datenplatte ist neben der Gebrauchsanweisung für selbige auch die schon von der Pioneer 10 bekannte Ortsbestimmung der Erde eingraviert.








Torsten
Zu gern wäre ich dabei
Und gern würde ich dabei alles sehen, was auch die Sonde sieht - zum Beispiel den Rand unseres Universums, Sterne, Planeten. *träum*
aD
Ma guckn
Die Vorstellung ist schon überwältigend. So n kleiner Kasten voll mit Technik bummelt durchs Universum. Das Teil wird, sofern nicht von irgendwas kaputt gemacht, bestimmt "gefunden" werden ;-)
Hält man sich die erwähnten Werte von Geschwindigkeit und Entfernungen vor Augen, dann merkt man schnell, wie man in der Vorstellungskraft an seine Grenzen stößt. Faszinierend.
Ein veranschaulichendes Beispiel:
Die Entfernung Erde-Sonne beträgt rd. 150 Mio. km (= 1 AE). Die Sonne ist ungefähr hundertmal so groß wie die Erde.
Das entspricht einem winzigen Pfefferkorn (Erde), das sich rd. 27 Meter (bei 1 AE) weit entfernt von einem kleinen Gummiball (r= 10 cm) befindet. Hierbei kann man weiterdenken. Zum Beispiel die Entfernung von Voyager 1 zur Erde (= 103,2 AE).
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