Livebericht aus Brisbane - Neue Bilder der Flut, Regen lässt nach, Pegel steigt stetig an
Berichterstattung direkt aus Spring Hill, Brisbane
Queensland wird seit Wochen von schweren Regenfällen heimgesucht und inzwischen ist eine Fläche von rund einer Million Quadratkilometern von den Flutwellen betroffen. Tausende Einwohner mussten ihre Häuser räumen und weitere werden in den nächsten Stunden evakuiert.
Queensland wird seit Wochen von schweren Regenfällen heimgesucht und inzwischen ist eine Fläche von rund einer Million Quadratkilometern von den Flutwellen betroffen. Tausende Einwohner mussten ihre Häuser räumen und weitere werden in den nächsten Stunden evakuiert.
Wir befinden uns in unserem Apartment in Spring Hill, ein Stadtteil, der direkt am City Center grenzt und etwa 600m vom Flussufer des Brisbane River entfernt ist. Hier scheint es sicher zu sein, denn der Höhenunterschied zum Fluß beträgt rund 40 bis 50 Meter. Vor wenigen Stunden hat das Government per Presse mitgeteilt, dass der Strom in den gefährdeten Gebieten abgeschalten werden muss. Als erstes wurde die stark vom Hochwasser gebeutelte Stadt Ipswitch, die etwa 25 km von Brisbane entfernt liegt, vom Netz getrennt, um Unfälle zu vermeiden.
Inzwischen sollen unter anderem auch die Stadtteile West End, Albion und Bowen Hills vom Netz genommen worden sein. Albion und Bowen Hills können wir hier von unserem Balkon aus sehen und die sonst unzähligen Lichter (Straßenbeleuchtungen, Häuser) von dort sind tatsächlich sehr viel weniger geworden. Vor etwa drei Stunden sind mein Mitbewohner Kieran MacKellar und ich auf Fototour in Richtung Riverplace Apartments (Queen Street) gelaufen, um ein paar aktuelle Nachtfotos zu schießen. Denn der Regen hat endlich aufgehört und der Himmel klärt sich auf.
Mittlerweile ist schon wieder Tageslicht angebrochen und es gibt nur wenige Wolken zu sehen. Dennoch steigen die Pegel der Flüsse stetig an. Nach unseren eigenen Schätzungen müssten es für den Brisbane River etwa 10 Zentimeter pro Stunde sein. Die Tiefgaragen der Hotels nahe der Queenstreet sind mit Wasser vollgelaufen (siehe Fotos) und wurden größtenteils abgesperrt. Auch die Bars und Restaurants entlang des Flusses, unter anderem der Brisbane Jazz Club, und einige Parks stehen unter Wasser. Ebenso sind einige Stationen für das Wassertaxi "City Cat" und die Fähre "City Ferry" von den Fluten stark in Mitleidenschaft gezogen worden und drohen nun einzustürzen.
Oft sieht man Pontons, Floße und Boote, die von den Fluten mitgerissen wurden oder sich losgelöst haben, ziellos auf dem Wasser herumtreiben. Viele sind gefährlich für die Schifffahrt, weshalb der Betrieb der City Cat und der City Ferry eingestellt wurden. Wir haben ein Polizeiboot auf dem Fluss gesehen, welches per Scheinwerfer nach gefährlichem Treibgut Ausschau gehalten hat. Es hatte Mühe, gegen die Strömung anzukämpfen und gleichzeitig den umherschwimmenden Gerümpel auszuweichen.
Just in diesem Moment bricht das Tageslicht an und die Sonne ist zu sehen. Ich werde ein paar Stunden schlafen und am Vormittag mit der Berichterstattung fortfahren. Noch ein kleiner Aufruf an alle, die Angehörige in Brisbane haben: Macht euch keine Sorgen. Das Government ist gut vorbereitet, hat alle Notfallmaßnahmen ergriffen und die Bevölkerung ist, soweit wir das beobachten konnten, ruhig und gefasst. Außerdem stehen viele der Backpacker-Hostels in der City (Roma St) ebenfalls auf Anhöhen und sind so vor dem Hochwasser sicher.
Weitere Bilder gibt es in unserer Galerie.
Fotos: Torsten Schmidt










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