Viacom Klage gegen YouTube – Internetfreiheit in Gefahr.



Viacom Klage gegen YouTube – Internetfreiheit in Gefahr.

Mit einer 1 Milliarden US Dollar Klage, will der Medienkonzern Viacom das Videoportal YouTube nun endlich in die Knie zwingen. Der Medienkonzern prangert an, dass es YouTube immer noch nicht geschafft hat, innerhalb des letzten Jahres das Urheberrecht auf ihrer Plattform zu gewährleisten. Google befürchtet, dass durch diese Klage die Freiheit im Internet gefährdet wird. Sollte die Klage Erfolg haben, werden dadurch Millionen von Internetusern automatisch zu Kriminellen.

Schon vor einem Jahr beschwerte sich der Konzern Viacom über die massiven Urheberrechtsverletzungen auf dem Videoportal YouTube. Damals forderten sie, dass YouTube Mittel finden solle diese Verletzungen zu stoppen. Google begann damit, alle gemeldeten Videos, welche in irgendeiner Form urheberrechtlich bedenklich waren, von der Plattform zu entfernen. Sehr zum Leidwesen der Nutzer. Diese beschweren sich immer öfters, dass auch Videos verschwinden, welche keine Rechtsverstöße beinhalten.

Die jetzige Klage von Viacom beruht auf einer Recherche, welche vor kurzem durch den Konzern auf YouTube durchgeführt wurde. Trotz der Aufräumaktion von Google, sollen sich immer noch über 150.000 Musikvideos und Filmclips auf dem Portal befinden die urheberrechtliche Inhalte zeigen. Ein Pressesprecher von Viacom meint dazu, "Wir können keine Form von Piraterie tolerieren, eingeschlossen YouTube. Sie können nicht damit davon kommen, unsere Produkte zu stehlen"

Google sieht aus dieser Misere nur einen Ausweg, den Gerichtlichen. Notfalls will Google bis zum Obersten Gerichtshof die Abwehr der Klage vorantreiben, um eine entgültige Lösung des Streites um Urheberrechtsverletzungen im Internet zu erhalten. Rückenwind könnten Sie dabei durch ein Urteil bekommen, dass 1945 in einem Rechtsstreit zwischen einem Farmer und der U.S. Air Force gefällt wurde.

Damals klagte der Farmer Tinie Causby aus North Carolina die U.S. Air Force an. Diese flog mit ihren neuen Tieffliegern immer wieder über seine Farm und erschreckte dabei seine Hühner so stark, dass diese gegen die Scheunenwand flogen und zum Teil durch den Aufprall starben. Grundlage seiner Klage war ein Gesetz der USA, welches besagte, dass der Grundeigentum einer Immobilie nicht nur den Boden umfasst, auf dem das Haus steht, sondern auch den gesamten Luftraum darüber. Die Flugzeuge der U.S. Air Force begingen laut dieser Rechtsauffassung Hausfriedensbruch.

Auch diese Klage gelangte bis zum Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten. Der damalige Richter Douglas erkannte den Ernst der Lage und gab den Farmer formell erst einmal Recht. Jedoch wies er im selben Atemzug die Klage ab und begründete dies damit, dass der gesunde Menschenverstand bei dem Gedanken an diese Klage revoltieren muss. Zugleich erklärte er seine Entscheidung damit, dass das Gesetz aus einer Zeit stammte, in dem die Menschen nicht daran glaubten, dass sie jemals fliegen könnten. Würde er dem Farmer Recht geben, müsste er jedes Flugzeug wegen Hausfriedensbruch verhaften lassen.

Diese Anekdote könnte Google dabei helfen, den Prozess um das Urheberrecht im Internet zu gewinnen. Denn damals entschied der Richter Douglas, dass das Recht dem Fortschritt weichen muss, wenn Recht und Fortschritt zusammenstoßen. Ausgegraben wurde die Anekdote im übrigen durch den Rechtsprofessor Lawrence Lessing.



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