New York Times: Bald nur noch Paid-Content?

Die Medienbranche befindet sich in einer Krise, aus der es offensichtlich keinen Ausweg gibt. Nun hat auch die New York Times angedeutet, dass deren Webauftritt bald primär aus "Paid-Content" bestehen wird. Sind die Internetuser bereit, für ein journalistisches Angebot im Web zu bezahlen? Keine leicht zu beantwortende Frage, der sich die Verleger in Zeiten der Krise dennoch stellen müssen. Ob dies die bestmögliche Lösung ist, steht auf einem anderen Blatt. Dass jedoch nur wenige Zeitungen vor solchen Schritten bewahrt bleiben, zeigt die jüngste Entwicklung. Nach Aussage des "New York Magazine" steht der Wechsel zum Paid-Content im Web nämlich bei einer der renommiertesten Tageszeitungen bevor. Die Rede ist von der New York Times. Wie das Magazin festhält, stehe der Verleger der New York Times, Arthur Sulzberger jun., kurz davor, diesen Schritt zu verkünden. Dem soll eine heftige interne Debatte vorangegangen sein. Sollte dies der Wahrheit entsprechen, so wird der Webauftritt des Blattes bald denen der Financial Times oder des Wall Street Journals gleichen. "Wir werden eine Entscheidung bekanntgeben, wenn wir glauben, dass wir den bestmöglichen Geschäftsweg hergestellt haben. Keine Details bis dahin", so Diane McNulty, Pressesprecherin der New York Times. Dass immer mehr Leser ihre Nachrichten online beziehen, ist kein Geheimnis mehr. Ob sich der Online-Markt jedoch refinanzieren lässt, bleibt fraglich. Eine Studie der Marktforscher von "Harris" ist Anfang Januar zu dem Ergebnis gelangt, dass 77 Prozent der US-Bürger nicht bezahlen würden, um News im Web zu lesen. Unter denjenigen, die für Online-News bezahlen würden, schwankte der Preis erheblich. Die Mehrheit suchte nach dem Minimum an Kosten. Lediglich 19 Prozent seien bereit, monatlich zwischen einem und zehn US-Dollar für die Online-Ausgabe einer Zeitung auszugeben. Der bevorstehende Schritt der New York Times ist also weder risikolos, noch intern unumstritten. Er scheint jedoch der einzige Ausweg aus der Krise zu sein.

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eingesendet am 18. January 2010   von   aD   283 Leser

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