Zeitungen erleben schlechteste Dekade der Nachkriegszeit
London/Berlin (pte/15.12.2009/13:45) - Die Zeitungsbranche steht am Ende des schlechtesten Jahrzehnts innerhalb der vergangenen 60 Jahre. Über die Dekade hinweg sind die Verkaufszahlen kontinuierlich und dramatisch gesunken. Im November 2000 beispielsweise kamen die zehn nationalen britischen Tageszeitungen gemeinsam auf 12.543.510 verkaufte Exemplare. Neun Jahre später liegt die Zahl bei nur noch 10.076.045 Stück, berichtet der Guardian. Damit musste die Branche innerhalb eines Jahrzehnts ein Minus von knapp 20 Prozent verkraften. Internet verantwortlich Die überwiegende Mehrheit der Journalisten machte in den vergangenen Jahren in erster Linie das Internet dafür verantwortlich, dass es den gedruckten Zeitungen zunehmend schlecht geht. Auch die wachsende Verfügbarkeit von Information über Mobiltelefone habe negative Auswirkungen nach sich gezogen. Doch letztlich müssen die Ursachen wohl auch anderswo gesucht werden. Immerhin begann der Auflagenschwund noch bevor sich das Web durch die Breitbandverbreitung auf ein Massenpublikum ausgeweitet hatte. Ein einzelner Grund für die ausgedehnte Medienkrise, die nicht zuletzt durch das eingebrochene Werbegeschäft zusätzlich verschärft wurde, lässt sich nicht festmachen. Denn die Ursachen für das nachgelassene Kaufinteresse an Zeitungen finden sich unter anderem auch in kulturellen Veränderung, gesellschaftlichem Wandel und veränderten Arbeitsbedingungen. Eine große Rolle spielen sowohl die mediale als auch soziale Fragmentierung. Beide Prozesse setzten lang vor dem Internet-Boom schon teils in den 80er-Jahren ein. Kontinuierlicher Auflagenschwund in Deutschland Nicht nur in den USA, wo die Printkrise am heftigsten spürbar wurde, oder in Großbritannien haben die Tageszeitungen zunehmend an Verkaufszahlen eingebüßt. "Auch in Deutschland haben die Auflagen unserer gedruckten Zeitungen in den vergangenen Jahren kontinuierlich leicht abgenommen - zwischen eineinhalb und zwei Prozent", so Anja Pasquay, Pressereferentin Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) http://www.bdzv.de, gegenüber pressetext. Das werde auch in diesem Jahr ähnlich sein. "Allerdings nehmen die Seitenaufrufe der Zeitungswebsites weiter zu. Aktuelle besuchen 40 Prozent der Internetnutzer regelmäßig Zeitungswebsites. Die Reichweite ist also so groß wie nie zuvor", ergänzt Pasquay. Daher scheint es auch nicht verwunderlich, dass zunehmend mehr Zeitungen mit Paid Content im Web Geld verdienen wollen (pressetext berichtete: http://www.pressetext.com/news/091210024/) und so das schwache Printgeschäft ausgleichen. (Ende)
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